FeedSchmarotzerkrebse
TierreichBrockhaus 1882

Schmarotzerkrebse können eine ganze Anzahl von Krebsen aus verschiedenen Familien genannt werden, welche an und auf andern Tieren parasitisch hausen. Als Kommensalen (s. unter Parasiten, zoologisch) wohnen die Muschelwächter (s. d.) in Mollusken, die Schmarotzerflohkrebse (Hyperidae) in Medusen u. s. w., als wahre Parasiten zahlreiche Asseln (s. d.) auf der Haut, in der Mund⸗ und Atemhöhle der Fische (Lausasseln, Cymothoidae), andere (Garneelasseln, Bopyridae), die wenigstens im weiblichen Geschlecht durch Parasitismus enorm degenerieren, in den Kiemenhöhlen höherer Krebse. Am häufigsten sinden sich schmarotzende Formen (sog. Fischläuse) unter den Spaltfußkrebsen (s. d.) so die Barschlaus (Achtheres percarum, Tafel: Krustentiere, Fig. 5), auf dem Barsch, die blattsörmige Fischlaus (Argulus foliaceus, Fig. 6) auf Karpfen, Stichlingen u. s. w., und die durch das Schmarotzertum gleichfalls sehr zurückgebildeten Wurmkrebse (s.d.) auf Seefischen, z. B. eine der häufigsten Arten (Lernea branchialis, Fig. 7) auf den Kiemen vom Dorsch, Flunder u. s. w. Auch unter den Rankenfüßern gibt es nicht wenige Schmarotzer, manche (Seepocken) setzen sich auf andern Tieren fest, wohl mehr um eine Wohnstätte zu finden, wie die sog. Walfischpocken, manche aber sind wahre, sich von den Säften ihrer Wirte ernährende Parasiten, wie die ganze Familie der Wurzelköpfer (Rhizocephalidae), welche im ausgebildeten Zustande auf dem Hinterleib von Krabben und Einsiedlerkrebsen schmarotzen und durch ihre Lebensweise so vollständig verändert sind, daß nur ihre Entwickelungsgeschichte ihre Gliedertiernatur verrät.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 422Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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