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TierreichBrockhaus 1882

Epizoen oder Ectoparasiten nennt man im Gegensatze zu den Entozoen oder Eingeweidewürmern (s. d.) solche Tiere, welche auf andern Tieren sich aufhalten und auf Kosten derselben sich ernähren, unter veränderten Bedingungen aber nicht leben könnten. Flöhe gehören sonach nicht unter die eigentlichen E., wohl aber die vielen Arten Läuse, die an Säugetieren und Vögeln vorkommen; ferner die Milben, die meist mikroskopisch, aber sehr artenreich sind, auch am Menschen in den Krähpusteln, den sog. Mitessern u. s. w. gefunden werden. Außerdem gehören unter die E. gewisse Insekten, die nur im Larvenzustande E. sind, wie die Bremsen, sowie das Heer der Schmaroßerkrebse, wie Caligus an der Haut und den Wandungen der Kiemenhöhle vieler Seefische, und viele Rankenfüßler aus der Familie der Meereicheln, wie die Coronula und Tubicinella der Wale, welche als beschwerliche Schmarotzer in der dicken Haut der Walfische leben. Es läßt sich indessen keine genaue Grenze zwischen innern und äußern Schmarotzern ziehen, da viele Tiere nur zeitweise im Innern oder auf der Haut schmarotzen und andernteils Orte, wie Rachenhöhle, Nase, Kiemen u. s. w., nach Belieben zu den innern oder äußern Teilen Rabr t werden können. Auch in Beziehung auf die Nahrung läßt 9 keine bestimmte Grenze ziehen, da viele E. den Körper eines andern Tieres nur als Wohnung und Vehikel zur Guostonn iel benutzen, andere dagegen von seiner Substanz selbst leben. Man hat deshalb auch in neuerer Zeit mehr Gewicht auf solche Beziehungen zwischen den Tieren gelegt, welche sich durch die Worte Gesellen (frz. commensaux) und Schmarotzer (rz. parasites) ausdrücken lassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 235Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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