FeedSchmelzen
NaturlehreBrockhaus 1882

Schmelzen (frz. fondre, mettre en fusion; engl. kusing, smelting, melting), der durch Wärme bewirkte Übergang eines Körpers aus dem festen in den flüssigen Aggregatzustand. Die Temperatur, bei welcher derselbe in jedem einzelnen Fall eintritt, heißt der Schmelzpunkt eines Körpers. Bis unter den Schmelzpunkt abgekühlt, kehrt der Körper in den festen Zustand zurück, er erstarrt oder gefriert. Das S. tritt bei vielen Körpern plötzlich, bei andern nach und nach ein, indem ein allmähliches Erweichen vorausgeht, wie beim Schmiedeeisen und Stahl. Die meisten Körper erfahren beim S. eine Zunahme ihres Volumens, d. h. sie sind im flüssigen Zustand spezifisch leichter als im festen. Wasser und Wismut dagegen dehnen sichim Moment des Erstarrens aus; daher schwimmt Eis auf Wasser und Wassergefäße werden beim Gefrieren ihres Inhalts zersprengt. Die Temperatur eines schmelzenden Körpers bleibt konstant, bis dieser ganz geschmolzen ist; die während des S. zugeführte Wärme wird lediglich zur überführung in den flüssigen Zustand verbraucht (s. Schmelzwärme), doch ändert sich der Schmelzpunkt mit dem Druck der Atmosphäre, und zwar wird der erstere im gleichen Verhältnis mit dem letztern erhöht, außer bei denjenigen Körpern. welche geschmolzen weniger Raum als im festen Zustand einnehmen. Leicht schmelzbar sind Eis, Talg, Paraffin, Wachs, Natrium, Kali, Schwefel; höherer Temperaturen bedürfen zum S. Zinn, Wismut, Antimon, Aluminium, Blei, Zink; einen sehr hohen Schmelzpunkt haben Gold, Eisen, Platin. lüber die Schmelzbarkeit der Legierungen s. d.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 423Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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