FeedSchmelzwärme
TechnikBrockhaus 1882

Schmelzwärme heißt die zum Schmelzen der festen Körper verbrauchte Wärmemenge. Weil dieselbe zur Verflüssigungsarbeit oder Disgregationsarbeit der starren Körper verwendet wird, so bleibt sie sowohl für ein mit dem schmelzenden Körper in Berührung stehendes Thermometer, als auch für die Empfindung verborgen, weshalb dieselbe vor Aufstellung der mechan. Wärmetheorie als gebundene oder latente Wärme beim Schmelzen bezeichnet wurde. Da beim Erstarren der Flüssigkeiten die zum Schmelzen verbrauchte Arbeit wieder in Wärme umgesetzt wird, mithin eine Wärmemenge, d. i. die Erstarrungswärme erzeugt wird, welche an Größe der S. gleich ist, so dient in der Regel die calorimetrische Bestimmung der Erstarrungswärme, indem dieselbe sich leichter ausführen läßt, auch zur Messung der S. Die S. des Cises von 0 C. ist 79, d. h. man verbraucht 79 Calorien oder Wärmeeinheiten (s. unter Calorimeter), um 1 kg desselben in 1 kg Wasser von 0 C. zu verwandeln. Die S. des Zinks ist 28, des Zinns 14 und des Bleis 5; man sieht also, daß diese Metalle, obschon sie erst bei höherer Temperatur als das Eis schmelzen, dennoch dabei weniger Wärme verbrauchen als das schmelzende Eis.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 423Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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