FeedSchmitthenner (Friedr. Jak.)
GeschichteBrockhaus 1882

Schmitthenner (Friedr. Jak.), vielseitiger deutscher Gelehrter, geb. 17. März 1796 zu Oberdreis im Fürstentum Wied, bezog 1813 die Universität Marburg, wo er Philosophie, Geschichte und Theologie studierte, wurde 1815 Rektor zu Dierdorf, dann Pfarrer zu Dreifelt im Nassauischen, Lehrer an den Gymnasien zu Dillenburg und Wiesbaden, 1828 Seminardirektor in Idstein, und noch in demselben Jahre Professor der Geschichte in Gießen, wo ihm 1830 auch das Fach der Staatswissenschaften übertragen wurde. Im J. 1832 siedelte er als Mitglied des großherzogl. hess. Oberstudien- und Oberschulrats nach Darmstadt über, kehrte aber 1835 nach Gießen zurück, wo er 19. Juni 1850 starb. Die Beschäftigung mit dem Sanskrit führte ihn auf die Begründung eines neuen Systems der Sprachwissenschaft, das er in seiner «Ursprachlehre»(Frankf. 1826), in der Teutonia, oder ausführliche deutsche Sprachlehres (Frankf. 1828) und in der Einleitung zu dem Kurzen deutschen Wörterbuche v (2. Aufl., Darmst. 1837; umgearbeitet von Weigand, 2 Bde., Gieß. 1853—62; 4. Aufl. 1873 —76) darstellte. Von seinen staatswissenschaftlichen Arbeiten sind zu nennen: (Grundriß der polit. und histor. Wissenschafteno (3 Bde., Gieß. 1830—32) und «Zwölf Bücher vom Staater (Bd. 1, 2. Aufl., Gieß. 1839; Bd. 3, Gieß. 1843—45).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 436Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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