Schnepfenthal, die von Christian Gotthilf Salzmann (. d.) begründete Erziehungsanstalt, liegt 12 km südwestlich von Gotha am Fuße des Thüringerwaldes, unweit Reinhardsbrunn und Waltershausen. Die Zahl der Zöglinge beschränkt sich auf 60 Knaben im Alter von Ybis 16 Jahren, die für die Untersekunda eines Gymnasiums, einer Real⸗, Kadetten⸗ oder Handelsschule vorbereitet werden. Zu dem Zwecke wirken außer dem Direktor 12 Lehrer an der Anstalt. Die Leitung der letztern übernahm nach dem Tode des Begründers (1811) dessen Sohn Hofrat Karl Salzmann. Seit 1848 war die Anstalt im Besitz und unter der Leitung des Schulrats Wilhelm Ausfeld, eines Enkels des Stifters; nach dem Tode desselben (1880) übernahm sie sein ältester Sohn Schulrat Wilh. Ausfeld, unter dessen Direktorat das 100jährige Bestehen der Anstalt 4. Juni 1884 unter Beteiligung einer großen Anzahl früherer Schüler, die sich im Inland und Ausland zum Teil in hervorragenden Stellungen befinden, in glänzender Weise gefeiert wurde. (Vgl. «Festschrift zur 100jährigen Jubelfeier der Erziehungsanstalt S. », Schnepfenth. 1884.) Das eigenartige Salzmannsche System der gleichmäßig geistigen und körperlichen Erziehung und Ausbildung der Knaben, das sich seit einem Jahrhundert bewährt hat, wird auch jetzt noch, wenn auch von Generation zu Generation den veränderten Anforderungen der Gegenwart angepaßt, befolgt und sichert S. eine der ersten Stellen unter den Erziehungsanstalten Deutschlands.