Schreckhorn oder Groß Schreckhorn, einer der höchsten Gipfel der Berner Alpen in der Schweiz, erhebt sich südöstlich von Grindelwald, nördlich vom Finsteraarhorn als schroffe, finstere Felspyramide zu 4080 m über dem Meere und ist der Kulminationspunkt des etwa 12 km langen, zackigen Gneiskammes, der sich, westlich vom Strahleggfirn, dem Obern Eismeer und dem Untern Grindelwaldgletscher, östlich vom Lauteraarfirn und dem Obern Grindelwaldgletscher begrenzt, vom Finsteraargletscher nordwestlich bis zum Grindelwaldthal hinzieht. Vom Abschwung (3485 m) im Südosten bis zu der etwa 3900 m hohen Lücke zwischen dem Großen Lauteraarhorn (4043 m) und dem S. heißen die Felszacken des Kammes die Lauteraarhörner, von der Lücke nordwestlich bis zu der steil gegen das Grindelwaldthal abfallenden Pyramide des Mettenbergs (3107 m) werden sie als Schreckhörner (Kleines S. 3497 m) bezeichnet. Alle Gipfel sind steile Felshörner oder scharf geschnittene Gräte, von deren steile Gletscher und Firne herniederhangen. Mit Ausnahme des Mettenbergs, an dessen Nordabsturz Verrucano und Jurakalk zu Tage treten, besteht der ganze Kamm aus Gneis. Die Besteigung des S., zuerst 16. Aug. 1861 ausgeführt, ist eine der schwierigsten in den Berner Alpen. Der Gipfel bildet ein nach Norden schwach geneigtes Schneefeld von 15—16 m Länge und 6—8 mBreite und erscheint, von Norden scheben⸗ als der obere der beiden Schneeflecke, welche unter dem Namen der verdammten Seelen» oder der Täubchenv die Zinne des dunkeln Felskolosses schmücken.