FeedSchreiberhau
ErdkundeBrockhaus 1882

Schreiberhau, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Hirschberg, im Zackenthal, am Berührungspunkt von Iser⸗ und Riesengebirge, höchstgelegene Ortschaft Schlesiens (545 m), hat (1885) 1500 (Gemeinde 3496) meist prot. E., eine evang. und eine alte und eine neue kath. Kirche, ein mit Idiotenanstalt verbundenes Rettungshaus für verwahrloste Kinder, 16 Glasschleifmühlen, sowie Fabrikation von Holzstoff und Pappe. Zur Gemeinde S. gehört, außer dem Anteil des westl. Riesengebirges mit der Neuen Schlesischen und der Schneegrubenbaude, die im Sommer viel besuchte Kolonie Marienthal (1064 E.) und die dem Grafen Schaffgotsch gehörige Josephinenhütte (659 meüber dem Meere) mit Schlesiens größter und bester, durch ihre Rubingläser berühmter Glashütte, welche 1841 angelegt wurde und ihre Erzeugnisse meist nach England und Amerika absetzt, und einer Anstalt für künstliche Fischzucht. Auf Gemeindegebiet befinden sich ferner von der Josephinenhütte südsüdwestlich der 25 mehohe Zackelfall, einer der sehenswertesten Wasserfälle des Riesengebirges, östlich der 12 m hohe Kochelfall, beide von kleinen Zuflüssen (Zackerle, Kochel) des Zacken gebildet; nordwestlich der Josephinenhütte erhebt scch der Hochstein (1080 m), mit einer Baude und trefflicher Aussicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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