FeedSchreibekrampf
HeilkundeBrockhaus 1882

Schreibekrampf oder Mogigraphie (Cheirospasmus) besteht in krampfhaften schnellenden Bewegungen der Finger oder der Hand, welche nur dann eintreten, wenn die Hand die Stellung wie beim Schreiben einnimmt, also beim Erfassen der bame Ahnliche Zustände sind beobachtet worden ei manchen andern Beschäftigungen (bei der Schuhmacherarbeit, beim Melken, beim Klavier⸗ und Violinspielen). Der S. beruht auf einer krankhaften Erregung der zu den Muskeln der Finger tretenden Nervenfasern, kommt viel häufiger bei Männern als bei Frauen vor, namentlich bei solchen, welche viel schreiben (Schreiber, Beamte, Lehrer, Kaufleute) und macht in hartnäckigen Fällen das Schreiben ganz unmöglich. Die Ursachen sind nicht näher bekannt. Doch ist die Krankheit erst seit der Einführung der Stahlfedern beobachtet worden, und man vermutet, daß der Gebrauch zu Der & Federn Anlaß der Erscheinung sein könnte. Der S. ist ein äußerst lästiges, in vielen Fällen schwer zu beseitigendes Übel. In frischen 942 8 vermögen zeitweiliges völliges Aufgeben des Schreibens, der Gebrauch von guten weichen Federn, von passenden dicken Fedeunltern, eine geeignete Verbesserung der Schreibmethode die Krankheit zu beseitigen, während bei längerm Bestehen nur von der konsequenten, monatelangen Anwendung der Massage und des galvanischen Stroms Erleichterung zu erwarten ist. Vgl. Nußbaum, «Einfache und erfolg40 Behandlung des S.» (Münch. 1882). chreiber (Aloys Wilh.), deutscher Geschichtschreiber und Dichter, geb. 12. Okt. 1763 zu Kappel unter Windeck in Baden, besuchte die Universität zu Freiburg, wurde 1784 Professor der Asthetik an dem Gymnasium zu Baden, ging 1788 als Hauslehrer nach Mainz, lebte später in Rastatt und kam 1799 wieder als Lehrer an das inzwischen in ein Lyceum umgewandelte Gymnasium in Baden. „Er wurde 1805 Professor der Asthetik an der Universität zu Heidelberg. Der Unfug, der damals mit Poesie und Mystik getrieben wurde, gab S. die Veranlassung zu seiner Comödie Divinav, die viel Aufsehen erregte und konfisziert wurde. In große Unannehmlichkeiten sah sich S. durch die «Lebensbeschreibung des Großherzogs Karl Friedrich von Baden» (Heidelb. 1811) verwickelt, in der er die Universität gehöhnt haben sollte. Er nahm deshalb 1812 die Stelle eines bad. Historiographen an. Als solcher schrieb er eine «Geschichte des Großherzogtums Baden für Schuleny (Karlsr. 1815). Nach einem 13jährigen Aufenthalt in Karlsruhe wurde er pensioniert und lebte nun in Baden, wo er 21. Okt. 1841 starb. Von seinen Schriften sind noch anzuführen: „Geschichte und Beschreibung Heidelbergs und seiner Umgebungen» (Heidelb. 1811), „Der Rhein, ein Handbuch für Reisenden (Heidelb. 1817—18), Sagen aus den Gegenden des Rheins und des Schwarzwaldeso (2. Aufl., Heidelb. 1829). Das von ihm 1815 gegründete Taschenbuch für deutsche Frauen, Corneliao, setzte er bis 1841 fort.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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