FeedSchwarzwasser
ErdkundeBrockhaus 1882

Schwarzwasser und der mittlern oder Großen Donau (Oereg-Duna) umströmt, ist 90 km lang und 15—30 Km breit, vollkommen eben und besteht mit geringer Ausnahme aus ungemein fruchtbarer Gartenerde, weshalb sie auch der Goldene Garten (Srany-Kert) Ungarns genannt wird. Sie ist reich an Getreide, Obst und Gartenfrüchten aller Art, sowie an Wassergeflügel und Singvögeln, besonders Sprossern. Neben dem Feld⸗ und Gartenbau treiben die Bewohner auch Viehzucht und Ficherei. Die Insel gehört zum größern Teile zum reßburger Komitat, zum kleinern zum Komitat von Komorn, zum kleinsten zu denen von Raab und Wieselburg und enthält an 200 Ortschaften mit magyar. Bevölkerung. An der äußersten Südostspitze liegt Komorn (s. d.), zu dessen Komitat die Marktslecken Gutta mit 6097 und Nagy-Meyer mit 2832 magyar. E. (1880) gehören. Im Miebütntr Komitat liegen die Marktflecken Sommerein oder Somorja, im 15. Jahrh. eine königl. Freistadt, mit 2709 E. und starkem Handel, beonders mit Getreide; der Marktflecken Böös, mit 2228 E., bekannt durch ein siegreiches Gefecht des Generals Reischach gegen die ungar. Insurely, mit 1190 E. und großen Viehmärkten, und ischofsdorf (Bischdorf oder Püspöski) mit 1719 CE., wo im Dez. 1704 die Osterreicher die Räkoczyschen Insurgenten schlugen. Die Kleine Schütt (ungar. Sziget-K6z), zwischen der Großen und der Kleinen Donau (Kis-Duna) oder Wieselburger Donau, der mittlern Großen S. südwestlich tane. gelegen, ist weit schmaler und nur 45 Em ang. Sie gehört zu den Komitaten Wieselburg und Raab. In letzterm liegt der Marktflecken Hedervär (984 E.), mit einem schönen gräfl. Viczayschen Schlosse nebst Bibliothek, Waffensammlung, botan. Garten und Fasanenwaldung. Schütt (Otto), Ingenieur und Afrikareisender, eb. 6. Jan. 1843 zu Husum, erhielt seine erste Ausbildung in Görlitz, besuchte das Polytechnikum zu Berlin und war dann in der Türkei für Eisenbahntracierungen angestellt, welche er besonders im nördl. Syrien und in Mesopotamien ausführte. Im Herbst 1877 ging er im Auftrage der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland nach der portug. Besitzung Angola in Niederguinea, woselbst. er eine schöne, genaue Karte des untern Quanza aufnahm, welche in der Zeitschrift der Gesellschaft zür Erdkunder zu Berlin 1878 veröffentlicht wurde. Auf einer am 4. Juli 1878 von Malansche aus angetretenen Forschungsreise, welche ebenda am 2. Mai 1879 ihren Abschluß fand, erschloß S. das bis dahin fast unbekannte Gebiet zwischen dem 7. und 10.“ südl. Br. östlich bis zum 22.“ östl. L. on Greenwich), namentlich die Länder der Bangala und Schinge am Quango und das Gebiet der Kalunda, welches vom Luaschimo, Kicapa und andern linksseitigen Zuflüssen des Cassai und Congo durchströmt wird. Genaue Terrainaufnahmen des durchforschten Landes und reiche naturwissenschaftliche Sammlungen waren die Ausbeute dieser Expedition. Im Herbst 1879 nach Deutschland zurückgekehrt, ging S. 1880 nach Japan und trat dort an die Spitze einer topogr. Kommission. Vgl. Reisen im südwestl. Becken des Congo von Otto H. S. Nach den Tagebüchern und Aufzeichnungen des Reisenden bearbeitet und herausg. von Lindenbergo (Berl. 1881). Schütte (der Kiefern), Baumkrankheit, s. unter Baum, Bd. II, S. 5825. Schüttellähmung, s. unter Lähmung. Schüttenhofen (czech. Susice, lat. Sicca), Stadt im ehemaligen Piseker Kreise von Böhmen, an der Otava und am Fuße des Berges Swatobor anmutig gelegen, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 6047 C., welche altberühmte Malzereien, deren Produkte früher größtenteils nach Bayern gingen, und eine der größten Zündhölzchenfabriken Osterreichs unterhalten und die 1865 eröffneten großen Braphitgruben in der Nähe bebauen. S. verdankt seinen Ursprung wahrscheinlich der Goldwäscherei am Otavaflusse. Iu Ende des 12. Jahrh. gehörte der Ort zu Bayern, kam aber 1273 an Böhmen zurück. Vgl. Gabriel, «Die königl. Stadt S. und ihre Umgebungo (böhm., Prag 1868). Schutter, linker Zufluß der Kinzig im bad. Kreise Offenburg, entspringt im Schwarzwald, östlich vom Hünersedel, im Kreise Freiburg, berührt Seelbach, tritt unterhalb Lahr in die Oberrheinische Tiefebene und mündet nahe oberhalb Kehl. — Schutter heißt auch ein kleiner linksseitiger Zufluß der Donau bei Ingolstadt. Schuttery, holländ. Landwehr, in welcher sämtliche Holländer vom 25. bis 35. Jahre dienstpflichtig sind. Die S. besteht nach der Organisation von 1815 aus 3 Aufgeboten. Zum 1. gehören die Ledigen, die kinderlosen Verheirateten und kinderlosen Witwer, zum 2. die übrigen Verheirateten und Witwer, welche abkömmlich sind, zum 3. die Unabkömmlichen. Die S. ist zur Aufrechthaltung der Ordnung im Innern bestimmt, ihre Organisation ist durch Gesetz vom 11. April 1827 endgültig festgestellt worden. Die Dauer der aktiven Dienstzeit beträgt nur 5 Jahre, und nur in den Gemeinden von mindestens 2500 E. sind überhaupt aktive Abteilungen organisiert worden, insgesamt 220 Kompagnien von je 110 bis 150 Mann, welche 22 Bataillone und 105 selbständige Kompagnien Infanterie und 26 Kompagnien Festungsartillerie bilden, und zusammen (1885) 37 198 Mann zählen. Zur Ausbildung der Mannschaft dienen jährlich 50 übungsstunden. Bei allgemeiner Mobilmachung sollen 18500 Mann der aktiven S. (32 Bataillone) zur Feldarmee treten. Die inaktive S. thut im Frieden keinen Dienst, ist (1885) 77 103 Mann stark und bildet 89 Bataillone. Zum Kampfe gegen einen äußern Feind ist die ruhende S. nicht bestimmt. Schüttgelb, gelbe Anstreichfarbe, ist mit gelben Farbstoffen versetzte Kreide. Schüttorf, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Osnabrück, Kreis Grafschaft Bentheim, links an der Vechte, Station der Linie Arnheim-Hengelo-Salzbergen der Niederländischen Staatsbahnen, zählt (1885) 2653 E. und hat das alte Schloß Altena (eine fürstl. Bentheimische Burg), eine Baumwollspinnerei, drei Baumwollwebereien, drei Dampffärbereien, eine Saffianlederfabrik u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 528Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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