FeedSchwabach
ErdkundeBrockhaus 1882

Schwabach, unmittelbare Stadt im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, 15 km südlich von Nürnberg, an der Schwabach, Station der Linie Nürnberg-München der Bayrischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, hat vier Kirchen, worunter die 1469—95 erbaute Hauptkirche mit altdeutschen Gemälden, ein Schullehrerseminar, eine Präparandenschule, eine Lateinschule, ein Reichswaisenhaus, einen schönen monumentalen Brunnen, sowie ausgedehnte städtische Anlagen und zählt (1885) 7681 C., darunter die Abkömmlinge der hier 1686 angesiedelten franz. Kolonie, welcher die Stadt die Begründung ihres Fabrikwesens verdankt. Die Einwohner unterhalten Fabriken für die sog. Schwabacher Nadeln, Nähnadeln mit großen Ohren, wie man sie zur Gold-Bahna gebraucht, ganz besonders aber auch für ähnadeln feinster Qualitäten; außerdem hat S. eine große Seifenfabrik, Drahtfabriken, Goldspinnerei, Gold⸗, Silber⸗ und Metallschlägerei und zwei Kunstmühlen, Hopfen-und Tabaksbau. Am 14. Juni 1528 wurden hier von dem Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach mit den Nürnbergern die Schwabacher Artikel als Grundlage der Reformation in seinem Lande festgesetzt, und im Okt. 1529 legte Sachsen auf dem Konvent zu S. die von Luther besonders verfaßten 17 Artikel den schweiz. Theologen und Abgeordneten als Bundesbedingungen vor: die erste Grundlage der Augsburgischen Konfession. Vgl. Petzoldt, «Chronik der Stadt S. (Schwab. 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 533Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6