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ErdkundeBrockhaus 1882

Schwerin, eins der ältesten und vornehmsten, an Gliedern und Besitz reichsten Adelsgeschlechter Pommerns, wo es jedoch erst in der Mitte des 13. Jahrh. auftritt, während es bis dahin schon über ein halbes Jahrhundert im Mecklenburgischen geblüht hatte. Die alte mecklenb. Linie starb im Anfange des 16. Jahrh. aus, dagegen besteht die pommersche noch heute. Von Pommern aus, wo auch die ½ Spantekow, Altwigshagen und Cummerow, das jetzige Schwerinsburg, liegen, verbreitete sie sich nach Mecklenburg, der Mark, Preußen, Polen, Schweden, Kurland und Bayern und gelangte überall zu großem Ansehen. Gegenwärtig blühen zwölf verschiedene Linien: vier gräfliche in Preußen, zwei gräfliche und eine (seit 1778) freiherrliche in Schweden, eine (seit 1813) freiherrliche in Bayern und vier Linien mit einfachem Adel, darunter die Linie Rehberg; soweit indessen die Mitglieder der letztgenannten Linie Besitzer des gräfl. Zieten-Schwerinschen Fideikommisses sind, haben sie seit dem 14. Sept. 1859 den Namen 4Grafen von Zieten-Schwerin⸗. Als gemeinsamer Ahnherr der vier in Deutschland bestehenden gräfl. Häuser ist Hans von S. (gest. gegen 1556) anzusehen. Dessen Urenkel, Otto von S., geb. 8. März 1616, zeichnete sich in kurbrandenb. Staatsdiensten aus, wurde 1648 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, 1654 mit dem Erbkämmereramt der Kurmark Brandenburg beliehen und stand seit 1658 als Oberpräsident an der Spitze der gesamten Verwaltung des brandenb.⸗preuß. Staats und Hofs. Er starb 14. Nov. 1679 in Berlin und hinterließ 14 Kinder. Von letztern wurde Freiherr Otto von S., geb. 21. April 1645, gest. 8. Mai 1705, als kurbrandenburgischer Geh. Staatsminister, vom Kaiser Leopold I. am 11. Sept. 1700 zum Reichsgrafen erhoben. Seine beiden Söhne waren die Stifter zweier noch blühenden Linien. 1) Die Linie Walsleben und Wildenhoff stiftete Graf Friedrich Wilhelm von S., geb. 28. Juli 1678, gest. 6. Aug. 1727 als Geh. Staatsrat und Oberhofmeister der Königin von Preußen. Gegenwärtiges Haupt 12. ist Graf Otto von S., geb. 19. Febr. 1855, Majoratsherr der Herrschaften Walsleben im Kreise Ruppin und Wildenhoff (etwa 9500 ha) im Kreise Preußisch-Eylau. 2) Die Linie zu Wolfshagen in der Mark und Mecklenburg begründete Graf Otto von S., geb. 5. Juni 1684, gest. 2. Jan. 1755. An der Spitze derselben steht jetzt Graf Otto, geb. 26. Aug. 1822. 3) Die Linie zu Schwerinsburg in Pommern wurde von Hans Bogislaw von S., einem Nachkommen Christophs, des . Sohns des obenerwähnten Hans von S., gestiftet. Hans Bogislaw von S., geb. 10. Juni 1683, gest. 23. Aug. 1747, Geh. Oberfinanzrat, Oberforstmeister der Kurmark und Landjägermeister, sowie der berühmte Feldmarschall Kurt Christoph von Schwerin (s. d.J wurden 31. Juli 1740 von Friedrich II. in den Grafenstand erhoben und ihnen 1741 die Erbküchenmeisterwürde von Altvorpommern, welche seit 1853 mit dem Besitz von Schwerinsburg verknüpft ist, renoviert und bestätigt. Ein Urenkel Hans Bogislaws war Graf Maximilian von Schwerin (s. d.), Besitzer von Boldekow, Bornmühl, Glien, Putzar u. s. w. Des letztern Sohn, Graf Heinrich von S., geb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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