Schulenburg (von der), ein altes berühmtes Adelsgeschlecht der Mark Brandenburg, seit 1187 in Urkunden genannt, dessen nachweisliche Stammreihe mit dem Ritter Werner II. (1280 — 1304) beginnt. Die Söhne desselben, Dietrich und Werner, stifteten die beiden noch jetzt blühenden Hauptlinien des Geschlechts, nämlich ersterer die Schwarze, letzterer die Weiße. — Die Schwarze Linie besteht aus dem seit 17. Jan. 1816 gräfl. Hause Lieberosa und dem adeligen Hause Priemern. Die Weiße Linie teilt sich in zwei Hauptlinien. Die ältere Weiße Linie wurde 7. Dez. 1728 in den Reichsgrafenstand erhoben und zerfällt in die Häuser Hehlen, Wolfsburg und Beetzendorf. Auch die seit 1853 erloschene Linie Klosterroda gehörte hierher. Die jüngere Weiße Linie zerfällt in die Häuser Trampe (seit 1786 gräflich), Altendorf (seit 1713 freiherrlich), Emden, Altenhausen und Bodendorf, sämtlich seit 1798 gräflich, Burg-Scheidungen (seit 1786 gräflich) und Angern, welches 1753 die gräfl. Würde erhielt. Auch die im 19. Jahrh. erloschenen gräfl. Häuser Kehner und Jahmen gehörten zu dieser Linie. Die großen Besitzungen der Familie liegen in den preuß. Provinzen Brandenburg, Sachsen und Hannover, in Mecklenburg und Braunschweig. Unter den zahlreichen berühmten Generalen und Staatsmännern, welche aus dem Geschlecht hervorgingen, sind namentlich folgende anzuführen: Johann Matthias, Graf von der S., Erbherr auf Emden, Feldmarschall in Diensten der Republik Venedig, wurde zu Emden im Magdeburgischen 8. Aug. 1661 geboren. Als Generallieutenant in sächs. Diensten befehligte er 1702—6 ein Korps in Polen gegen Karl XII. Von diesem 12. Okt. 1704 bei Puniz angegriffen, hielt er zwar den Angriff aus, machte aber noch in der Nacht, unter den schwierigsten Umständen, fast ganz ohne Reiterei und immer gegen einen kühnen und raschen Feind kämpfend, den berühmten Rückzug von Puniz nach Schlesien. Im J. 1706 verlor er die Schlacht bei Fraustadt. Hierauf focht er als Anführer eines Korps von 9000 Mann, welches Sachsen in niederländ. Dienste gab, unter Marlborough und Eugen gegen die Franzosen. Der Kaiser Karl VI. erhob ihn in den Reichsgrafenstand. Als aber 1711 der Graf Flemming das Kommando der sächs. Armee erhielt, forderte S. seine Entlassung und ging 1713 nach dem Haag, dann nach England, um die Ansprüche des Hauses Hannover auf den engl. Thron zu verteidigen, und wurde 1715 Feldmarschall der Republik Venedig. Seine Verdienste bei der Verteidigung von Korfu 1716 ehrte die Republik, indem sie seine Bildsäule in Korfu aufstellen ließ. Bei den Kriegen der Osterreicher in Italien, 1733 —35 und 1742—47, hielt er die Neutralität Venedigs aufrecht. Er starb zu Verona 14. März 1747. Auch in diplomatischen Verhandlungen leistete er oft treffliche Dienste. Vgl. Fr. Albr. von der