Scrophularia L., Pflanzengattung aus der Familie der Scrophularineen. Man kennt gegen 100 Arten, die größtenteils in der nördl. gemäßigten Zone der Alten Welt vorkommen. Es sind krautartige Gewächse oder Halbsträucher mit opponiert stehenden, meist unzerteilten Blättern und kleinen rötlichen oder gelben Blüten, die aus einem fünfspaltigen Kelch einer lippenförmigen fünflappigen Blumenkrone, didynamischen Staubgefäßen und einem ovalen Fruchtknoten bestehen. Die Frucht ist eine mehrsamige Kapsel. Das ganze Kraut besitzt bei den meisten Arten einen unangenehmen Geruch. Die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Arten sind 8. nodosa L. und 8. aquatica L., von beiden war früher das Kraut und die Wurzeln offizinell und wurde gegen Geschwülste u. dgl. angewandt. zenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Man kennt fast 2000 Arten, die über die ganze Erde verbreitet sind, besonders häufig aber in den gemäßigten Zonen und in gebirgigen Gegenden vorkommen. Es sind meist krautartige Gewächse, seltener Sträucher oder kleine Bäume, mit meist opponiert stehenden, nur in wenigen Gattungen alternierenden Blättern von verschiedener Form. Die Blüten sind stets zwitterig und in der Mehrzahl der Fälle unregelmäßig gebaut; sie bestehen aus einem röhren⸗- oder glockenförmigen, oft auch sehr kleinen Kelch mit fünf Zähnen, einer vier⸗ bis fünflappigen, meist lippenförmig ausgebildeten Blumenkrone, vier didynamischen Staubgefäßen und einem zweifächerigen Fruchtknoten mit einfachem Griffel, der an seiner Spitze gewöhnlich zwei Narben trägt. Die Frucht ist in der Regel eine Kapsel, bei einigen Arten jedoch eine Beere, mit zahlreichen Samen. Die früher oft als eigene Familien betrachteten Antirrhineen und Rhinanthaceen werden jetzt allgemein zu den S. gerechnet. Sorotum, der Hodensack, s. unter Hoden. Serubber (vom engl. scrub, d. i. eigentlich scheuern), in den Gasfabriken ein Reinigungsapparat, s. unter Gasbeleuchtung. Außerdem ist Scrubber oder Schrubber ein stumpfer Besen zum feuchten Abwischen der Fußböden. Serupälo, portug. Gewicht, s. Escrupulo. Serutinium (von lat. scrutari, d. h. ausforschen oder gründlich untersuchen) bezeichnet im Kirchenrechte die der Übertragung eines geistlichen Amts vorausgehende Untersuchung, ob der zum Amt Berufene zur Annahme desselben fähig sei oder nicht; in der kath. Kirche die mittels versiegelter Stimmzettel vorgenommene Wahl eines Bischofs und daher dann im allgemeinen jede Wahl mittels Stimmzettel oder Kugelung. Seudery (Georges de), franz. Dichter, geb. 1601 zu Havre-de-Gräce, ursprünglich Militär und Gouverneur von Notre-Dame de la Garde auf einem isolierten Felsen bei Marseille, siedelte 1630 nach Paris über, führte bis 1643 12 in stofflicher Beziehung meist unselbständige, den Einheitsregeln widersprechende Tragikomödien, zwei Tragödien und zwei Komödien zum Teil mit großem Erfolg auf, und erlangte 1636 mit L'amour tyranniquev einen Sieg selbst über den gleichzeitigen Cido Corneilles, dessen Mängel S. in einer von der Französischen Akademie teilweise gebilligten Schrift darzulegen wagen konnte. Seinem eine Zeit lang gleichfalls bewunderten Epos «Klaricv (Par. 165⁴) drückte Boileau den Stempel des Lächerlichen für immer auf. S. war berüchtigt durch seine Eitelkeit und Großsprecherei, im übrigen ehrenhaft und sittenstreng, und starb, seit 1650 Mitglied der Akademie, zu Paris 14. Mai 1667. Seine nicht weniger berühmte, 1607 zu Havre geborene Schwester, Madeleine de S., begründete und kultivierte neben La Calprenède mit größtem Erfolg im In- und Auslande den romantisch-histor. Roman und verfaßte «Ibrahim, ou l'illustre Bassap (4 Bde., Par. 1641), Artamène, ou le grand Cyruso (10 Bde., Par. 1649 - 53), «Cléliep (10 Bde., Par. 1656; neue Aufl. 1731), Almahides (8 Bde., Par. 1660), Werke, die durch Anspielungen auf Zeitgenossen der höchsten Kreise und Kopierung derselben einen besonders pikanten Reiz erhielten. Sie schrieb außerdem zehn Bücher moralischer «Conversations et entrétienso, Novellen, Reden auf berühmte Frauen und Fabeln. Sie bezog Pensionen von Mazarin, Ludwig XIV. und der Königin Christine von Schweden und bildete den Mittelpunkt eines ausgedehnten litterarischen Zirkels in Paris. Sie starb 2. Juni 1701. Ihren Discours de la gloirep, das erste Werk, welches 1671 einen von Balzac gestifteten Preis der Französischen Akademie davontrug, findet man nebst Auszügen aus ihren andern Werken in dem Esprit de Mademoiselle de S. (Par. 1766 u. öfter). Vgl. Rathery und Boutron, Mademoiselle de S., sa vie et sa correspondancep (mit einer Auswahl ihrer Dichtungen, Par. 1873).