FeedScribonius
GeschichteBrockhaus 1882

Scribonius, Name der Mitglieder eines röm. plebejischen Geschlechts, dessen bedeutendste Familien sich durch den Beinamen Libo oder Curio unterschieden. Die bekanntesten Träger dieses Namens sind: „Gajus S. Curio, Volkstribun 90 v. Chr., war im ersten Mithridatischen Kriege, einer der Unterbefehlshaber Sullas, der ihn 84 v. Chr. nach seiner Rückkehr nach Italien mit der Wiedereinsetzung der Könige von Bithynien und Kappadocien beauftragte. S. leistete als Konsul 76 v. Chr. dem Versuch, die Macht des von Sulla möglichst beschränkten Tribunats wiederherzustellen, energis chen Widerstand, stand 63 Cicero bei der Unterdrückung der Catilinarier, sowie später auch gegen Clodius bei und erwies sich als entschiedener Gegner Cäfars, starb aber schon 53 v. Chr. Als Statthalter von Macedonien 75— 73 v. 4 kämpfte er mit . gegen die Dardaner im heutigen Serbien. Bekannter ist sein gleichnamiger Sohn, der sich von Cäsar gewinnen ließ. (S. Cu rio.) Lucius S. Libo, ein Anhänger des Pompejus, dessen Sohn Sextus eine Tochter des S. heiratete, besiegte im Bürgerkriege als Flottenführer zusammen mit M. Octavius den Dolabella und nahm mit jenem den Unterbefehlshaber Cäsars Gajus Antonius gefangen. Im J. 39 v. Chr. vermittelte er zwischen M. Antonius und Octavian und Sextus Pompejus; 36 war er Konsul. Seine Schwester Scribonig war in dritter Ehe Gemahlin des Octavian (s. Augustus), dem sie die Julia (s. d.) gebar. Octavian vermählte sich mit ihr 40 v. Chr., ließ sich aber schon 39 v. Chr. wieder von ihr scheiden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 627Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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