FeedSeekarten
VerkehrBrockhaus 1882

Seekarten heißen die kartographischen Darstellungen der Oceane oder eines Teils derselben. Nautische Verhältnisse finden auf ihnen besondere Berücksichtigung; von angrenzendem Lande werden die Küstenlinien genau eingetragen, außerdem nur Rettungs⸗, Signal⸗ und Lotsenstationen, sowie nahe der See gelegene, für den Schiffer zur Orientierung dienende Objekte, als Baaken, ausgezeichnete Bäume, Schlösser, Windmühlen, Leuchttürme (mit Angabe ihrer Höhe, Feuerart und Sichtweite), Kirchtürme u. dgl., mitunter auch Teile des Unterlaufs schiffbarer Ströme. Von solchen Landmarken, auch von charakteristischen ganzen Küstenstrecken gibt man oft noch skizzenhafte Abbildungen bei. Bei Häfen und Flußmündungen wird die Hafenzeit eingetragen. Die Zeichnung der See enthält die Felsen und Sandbänke, Tiefenangaben nach Faden, in neuerer Zeit nach Metern (besonders zahlreich an den Küsten, wo gewöhnlich Isobathen, Linien gleicher Tiefe, ausgezogen sind), Richtung des Ebbe- und Flutstroms, andere Strömungen und Driften, nahe den Ankerplätzen oft Angaben über Beschaffenheit des Ankergrundes, endlich alle Seezeichen (Feuerschiffe, Bojen u. a.) und zahlreiche Windrosen. Nach Art der Konstruktion unterscheidet man Plan⸗ oder platte Karten, und Mercator-Karten, Karten mit wachsenden Breiten; erstere nur bei Gebieten von kleiner Breitenausdehnung anwendbar. Beide können rechtweisende oder mißweisende sein; auf erstern ist die wahre Nord⸗ und Südlinie des Kompasses parallel der Breitenskala gezogen und die Variation nur in Graden angegeben, während in letztern der magnetische Norden geradezu niedergelegt ist und von ihm abhängig alle übrigen Komaßstriche gezogen sind. (S. Landkarten und Projektion) Nach Größe des Maßstabes unterscheidet man Generalkarten, in 1: 800 000 oder in kleinerm Maßstab; Navigations-oder Segelkarten, in 1: 600000 bis 1: 350000: Küstenkarten in 1: 200000 bis 1: 100 000; Hafen⸗ und sonstige Spezialkarten in größerm Maßstab, als 1: 100000. An Vollständigkeit übertreffen die von der brit. Admiralität herausgegebenen S. alle übrigen, ihre Zahl beträgt mehrere tausend. Ihnen zunächst stehen die des franz. Dépöt de la Marine und die nordamerikanischen. Vgl. Admiralty Catalogue of charts, plans etc. » (Lond. 1883); «Catalogue des cartes, plans, vues deés côtes ete. qui composent P'hydrographie française (Par. 1883). „Seekatz (Joh. Konr.), Maler, geb. zu Grünstadt in der Pfalz 1719, hatte seinen Vater, Johann Martin S., und seinen ältern Bruder, Martin S., gest. 1765, zu Worms als Lehrer, arbeitete dann einige Zeit unter Brinkmanns Leitung in Darmstadt und wurde 1753 kurfürstl. Hofmaler. Er war auf das innigste mit Goethes Vater in Frankfurt befreundet und starb zu Darmstadt 1768. S. besaß namentlich eine große Meisterschaft, die holländ. Kleinmeister wiederzugeben. Bei religiösen Darstellungen hielt er sich nicht selten an die Art Rembrandts, bei Allegorien an Vanloo. Am gelungensten aber sind seine Bauernscenen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 645Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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