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ErdkundeBrockhaus 1882

Seifen heißen Trümmerlagerstätten von diluvialer und jüngerer Bildungszeit, entstanden durch Abwitterung der Gebirge und Anhäufung des Materials an den Abhängen und in den Thälern, besonders in den Thalzwieseln. Die in Lagern oder Gängen in dem verwitterten Gebirge enthalten gewesenen Erze oder Edelsteine erfahren dabei eine Art natürlicher Aufbereitung, d. h. Trennung von den tauben Massen und Anhäufung in zum Teil wertvollen Lagerstätten. Man unterscheidet Metall⸗, Erz⸗ und Edelsteinseifen. Gold findet sich in der Isar, Edder, im Inn, Rhein in kleinen Mengen, in großen dagegen im Ural, Altai, Californien, Australien, Brasilien, Spanien und Ungarn; Platin im Ural, Altai, Südamerika, Borneo und Nordcarolina; Kupfer in Brasilien und China; Zinnstein im Erzgebirge, Malakka, Banka, Australien, Cornwall, Bretagne und Böhmen; Eisenerz auf Elba; Edelsteine in Brasilien, Ostindien, Ceylon. Die Gewinnung in den Seifenwerken ist entweder einfache Gräberei oder Aufdeckarbeit; das unhaltige Gestein wird durch einen Wasserstrom weggespült und so das schwerere Gut konzentriert; in großartigem Maßstabe hat man dies in Californien ausgeführt durch den Bau umfangreicher Wasserzuführungen mit starkem Druck, womit ganze Berge weggeschwemmt wurden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 669Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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