Bergbanu nennt man im engern Sinne die Aufsuchung und Gewinnung nützlicher Mineralien auf besondern Lagerstätten. Je nachdem die auf und in der Erde vorkommenden nutzbaren Den ur auf Gängen oder Flötzen gewonnen werden, unterscheidet man Gangbergbau und Flötzbergbau. Es gehören hierher die mineral. Brennstoffe, Stein- und Braunkohlen, die Erze und das Stein Vorkommen der nutzbaren Fossilien. Das Vorkommen von Gängen und Lagerstätten ist sehr verschieden nach Ort und Zeit und fast in allen Formationsgliedern nachgewiesen. Mit Ausnahme des Granits, welcher in der Hauptsache nur etwas Zinn führt, enthalten die sog. Urgebirge alle Metalle. Die Übergangsgebirge sind ebenso 830 leichförmig metallreich, mit Ausnahme des Kalksteins, welcher einen größern Reichtum an Blei und Eisenstein aufweist, während endlich die Flötzgebirge, deren Gruppierung das Steinsalz, der Anthracit, die Stein⸗ und Braunkohle u. s. w. zu eigen sind, immer ärmer an Metallen werden, einer je jüngern Bildung sie en Haupl Nur der alte Flözlalltin bildet noch ein Hauptdepot für Kupfer⸗, Silber- und Bleierze, Galmei und Eisensteine. Da ein Teil der festen Erdkruste aus übereinandergeschichteten, zumeist von Wasser zusammengeschwemmten oder geflößten Ablagerungen, sog. Schichtgesteine besteht, so nennt man diese Ablagerungen Flötzformationen und die darin auftretenden Mineralhäufungen Bänke oder Flötze. Von den Schichtgesteinen sind es vor allem die Kohle und das Eisen, sowie das Steinsalz, welche sowohl in volkswirtschaftlicher als auch in rden er Beziehung von größter Bedeutung geworden sind. Die Art des Vorkommens der Erze ist eine sehr verschiedene. Bald füllen sie in Verbindungen mit andern Mineralsubstanzen mehr oder weniger weit nach Breite und Tiefe sich erstreckende Spaltungsräume mit annähernd parallelen Wänden aus, abweichend im Fallen und Streichen von den Gebirgsschichtungen; bald sind sie als Lager oder Flötze, als plattenförmige Einlagerunber parallel in Bezug auf die Richtung der Ausreitung, das Fallen und Streichen mit dem sie umgebenden Schichtenwechsel eingeschichtet; bald treten sie auch als mehr oder weniger massige, unregelmäßige, sich an bestimmte Formen nicht bindende An ern Aus auf, die je nach ihrer geringern oder größern Ausdehnung als liegende oder stehende Stöcke bezeichnet werden; bald endlich kommen sie ohne irgendwie regelmäßige R oft auf ein großes Verbreitungsgebiet hin als bloße Imprägnationen vor. Sowohl bei den Gängen als bei den Lagern und Flötzen unterscheidet man das Streichen und Fallen. Unter dem Streichen versteht man diejenige Abweichung, welche eine in der Lagerstätte angenommene gerade Linie von der Mitternachtslinie bildet, und unter dem Fallen die an die der Lagerstätte gegen den Horizont, sodaß die Falllinie eine gegen das Streichen Kullen nacht gezogene Linie bildet und das wahre Fallen nach Graden bemessen wird. Lagerstätten, welche von 75—90 fallen, nennt man saigere, von 45—75 tonnlägige, von 15—45² flache und von 15 und darunter schwebende. Man bezeichnet ferner die Gänge, je nach ihrer Streifrichtung, welche nach Stunden eingeteilt ist, als Stehende von hora 12—3; Morgenänge von hora 3—6; Spatgänge von hora 6—9; ache Gänge von hora 9—12. Auf Tafel Bergbau I. dient Fig. 1 dazu, im Grundriß ein Bild über verschiedene Erzgänge in den 4½n Abbau⸗ un Aufschlußsohlen zu geben; links in der Ecke ist die Kompaßeinteilung angegeben. Die verschiedenen Gänge und Lagerstätten eines Grubengebäudes werden zur leichtern Orientierung mit Namen und zwar meist mit Eigennamen versehen, und bei den Grubenrissen die verschiedenen Aufichedenen 8 (auch ½ genannt) in verschiedenen Farbentönen gehalten. * Die Dicke einer La erstätte heißt die Mächtigkeit, die Liorndepdel d. ten derselben das Hangende und Liegende oder das Dach und die Sohle; das En-Oer einer Erzlagerstätte oder eines Flötzes an der Oberfläche heißt das Ausbeißen oder das Ausgehende. Die Verteilung der Erze in der Gangmächtigkeit und Fläche ist entweder schichten⸗, konihnuen⸗ und Hirr oder durchnestert, chnuren⸗ und blumenartig, elten aber derb. Hinsichtlich der Ausfüllungsmassen charakterisieren sich die Gänge in Gestein⸗, Mineral⸗ und Erzgänge. Das Erz wechselt mit der Gangmasse ab und der Fall tritt häufig ein, daß auf große Längen das Erz tein. Dlt sch man spricht dann von tauben Mitteln. t scharen und schleppen sich an Gänge, wenn sie unter einem spitzen Winkel aneinander herangekommen, ein beträchtliches Stück, ehe sie in ihre Falle d Streichrichtung zurückkehren. In diestatt, eine Veredlung, oder es durchsetzen sich zwei Gänge und man hat zum Teil Erzfälle. Im Zusammenhange hiermit stehen die Verwerfungen, wobei der Verworfene der ältere und der Verwerfer der jüngere Gang ist. Infolge der mderte Laas nimmt die eine Lagerstätte eine veränderte Lage an und ihre Wiederausrichtung ist oft mit Schwierigkeiten verknüpft. Die Flötze zeigen im ganzen 237½½ Verschiedenheiten als die Gänge, auch treten sie viel mächtiger auf als jene und Kenhrt in Bezug auf das Streichen oben und unten ihre Endschaft. Obschon die Flötze sich durch vollständigen Parallelismus mit den Schichtungen des Gebirgsgesteins charakterisieren, so treten doch verschiedenartige Modifikationen hervor, zu welchen in der Hauptsache Umlagerungen, mulden-oder wannenförmige Einlagerungen, deckel⸗ oder sattelförmige Auflagerungen, Luftsättel gehören. Ferner können auch die Flötz n Heben der Kohle stark aufgerichtet, fast saiger, wohl auch gar übergekippt sein, und auch in Hinsicht ihrer Mächtigkeit sind sie infolge von Verdrückung, Gabelung, Auftreten von Scheren, und dadurch, daß taube Schichten parallel dem Streichen und Fallen des Flötzes laufen, sehr schwankend. Treten außerdem noch Verwerfungen und Sprünge hinzu, die bei Flötzen viel größer sein können als bei Gängen, so erwachsen dem Bergmann oft in der Aufsuchung und Bebauung große 1 wiederdolen Im übrigen können Flötze sich oft wiederholen; man hat Gebirge, welche bis zu 100 Kohlenflötze führen. Auf Tafel Bergbau I. zeigt Fig. 2 den Querschnitt durch eine achzalls in Nngern und Die Stöcke treten gleichfalls in züngern und ältern Gebirgsgliedern auf und werden, je nachdem sie mehr oder weniger aufgerichtet sind, stehende oder liegende Stöcke genannt. Das Steinsalz, das Eisen und * Gupfer⸗, Magnet⸗, Eisenkies) treten zumeist als stockförmige Massen auf; außerdem rechnet man 15 den stodförmigen maßig auch noch Ausfüllungskörper von unregelmäßiger Form, welche Nieren, Nester, Butzen, Höhlenausfüllungen u. s. w. genannt werden. Die Imprägnationen, das rein lokale Vorkommen von Mineralien, be sonders von Erzen, treten innerhalb gewöhnlicher Gesteine 450 scharfe Umgrenzungen auf; man nennt dieselben selbständige, wenn sie für sich allein ohne andere Lagerstätten auftreten, und unselbständige, wenn sie von Lagern, Gängen oder Stöcken an ihren Grenzen begleitet werden. Unter Seifen der dr man lokale Anhäufungen und Ablagerungen der durch die Einwirkungen des Wassers entstandenen Zerstörungsprodukte vorhanden gewesener Lagerstätten und ganzer Gebirgsmassen. Dieselben liegen offen zu Tage aus und treten 1t0%⁷ in flachen Thälern oder auf flachfallenden Gebirgsplateaus auf. Sie führen Metalle und Edelsteine. Das Gsde Gold liefern die Goldseifen; ferner wird in großen Massen Zinn, Seifenzinn genannt, auch Kupfer in Seifen gewonnen. Unter Gewinnungs⸗ oder Häuerarbeiten versteht man alle zur Herstellung der unterirdischen Räume und behufs Gewinnung der nutzbaren Fossilien überhaupt notwendigen Handarbeiten. Die Werkzeuge, deren der Bergmann sich zur Ausübung derselben bedient, heißen das Gezäh. In neuerer Zeit sind ach aschinenkräfte zu diesem Zwecke nutzbar gemacht worden. Die verschiedenen Gewinnungsgarbeiten sind 1) die Wegfüllarbeit, welche sich ausschließlich auf rollige und milde Massen, wie Dammerde, Sand, Kies, Mergel u. s. w. beschränkt: 2 die Keilhauenarbeit, 3) die Schlagel⸗ und Eisenarbeit, 4) die Hereintreibearbeit, 5) das Bohren und Schießen und 6) das Feuersetzen. ie Keilhauenarbeit für schon zusammenhängende, aber doch milde Gesteine, wird behufs Gewinnung von Letten, Schieferthon, Gips, Steinsalz, Stein⸗ und Braunkohlen in Anwendung gebracht. Sie hat den Namen von dem ihr eigenen Gezäh, der Keilhaue, von denen es einfache (s.nachstehende Fig. 1 u. 2) und doppelte (s. Fig. 3 u. 4) gibt. In Fig. 5 und 6 sind die Gezähstücken der Schlä80 und Eisenarbeit; in 510 5, 7, 8, 9, 16 der ohr-und Schußarbeit; in Fig. 11 der Hereintreibearbeit dargestellt. Die Keilhaue selbst besteht aus Eisen mit verstählter Spitze und Schneide; die Größe derselben ängt von dem betreffenden Grubenraume und der estigkeit des Gesteins ab. Eine Unterart der Keilhauenarbeit bildet das Schrämen oder die Her½½ schmaler Einschnitte in der zu gewinnenden asse zum Zwecke der Teilung und der leichtern Gewinnung. Da das n Beramm bei hr 6 mächtilih Flötzen eine fsür den Bergmann sehr beschweriche und viel Kraft erfordernde Arbeit ist, so hat man hier mit mehr oder weniger Erfolg Schrämmaschinen in Anwendung gebracht und diese mit hauendem oder schneidendem e, nachdor versehen. Eine solche Schrämmaschine, nach der Konstruktion von Carrett, wird mittels hohen Wasserdrucks in Bewegung gesetzt (daher Hydraulische Schrämmatchine genannt, s. Tafel I, Fig. 3 u. 4). Es wirkt hierbei der Wasserdruck auf einen in einem Cylinder gehenden Kolben, welcher gegen das Dach der Strecke lauf und den ganzen Apparat fixiert, und horizontal auf einen zweiten Kolben von nahezu derselben Größe, an dessen Stange drei hebelartige Schneidewerkzeuge angebracht sind, sodaß bei Vorwärtsgehen des Kolbens die der Kon e gegen die Kohle eindringen. Außer dieser Konstruktion gibt es noch eine größere Anzahl von verschiedener Einrichtung, die sowohl vertikal als horizontal arbeiten und bei denen ebenfalls die angreifenden Werkzeuge durch intensiven Druck wirken.