FeedSekel
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Sekel (siclus) war der Name eines bei den Hebräern gebräuchlichen Gewichts, wonach Schwere und Wert wägbarer Dinge, besonders des Metalls bestimmt wurde. Bei Zahlungen wurde Silber nach dem Sekelgewicht zugewogen, solange man noch kein gemünztes Geld hatte. Der S. galt sonach als eine Art Rechnungsmünze für Berechnung der Preise, Steuern u. s. w.; 3000 S. machten ein hebr. Talent aus. Der genaue Wert des althebräischen S. ist schwer zu bestimmen. Als Münze wurden ganze, halbe und Viertelsekel erst von dem jüd. Fürsten Simon seit 142 v. Chr. ausgeprägt, und wenn dieser gemünzte S., wie wahrscheinlich ist, dem alten gleichkam, so entsprach er ungefähr der äginetischen Doppeldrachme, welche 174 par. Grän wog, d. i. etwa der Wert von 2½ deutschen Mark. Der öfters erwähnte «S. des Heiligtums» bezeichnet vermutlich nur den vollwichtigen S., ebenso der S. «nach königl. Gewichty. Die Silberlinge des Neuen Testaments sind ebenfalls Silbersekel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 676Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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