FeedSchilling
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Schilling heißt eine frühere deutsche Geldrechnungsstufe, welche zum Teil durch wirkliche Münzstücke vertreten war. Der Ursprung und Name wird mit großer Wahrscheinlichkeit von dem röm. Solidus (. d.) abgeleitet, der sich mit andern Resten röm. Einrichtungen nach Deutschland verpflanzte. Solidus nannten die Römer die Münze, weil sie das Ganze im Gegensatz zu den Teilen war, nach Vorgang des alten As. Der Solidusschilling war auch in Deutschland die größere Münze im Gegensatz der Pfennige. Andere Ableitungen des Namens von aschelleno, weil die S. einen hellern Klang hätten als die Pfennige, oder dem St. Kilian, dem Münzzeichen der würzburger Schillinge u. s. w., gehören der Fabel an. Der Solidus des Mittelalters wurde allmählich verringert und zur Rechnungsmünze, bis in neuerer Zeit eine Münze daraus entstand, die jedes Land, welches sie annahm, nach seinem Bedürfnis einrichtete. In England ist der S. ein Zwanzigstel des Pfundes Sterling und in Silber ausgeprägt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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