Sidonius Apollinaris, eigentlich Cajus Sollius Apollinaris Modestus Sidonius, ein christl. Schriftsteller des 5. Jahrh., geb. etwa 430 zu Lyon, stammte aus einer angesehenen Familie, stieg in der Folge als Schwiegersohn des Kaisers Avitus sowie durch seine rednerischen und dichterischen Anlagen begünstigt zu den höchsten Würden in Rom, zog sich aber plötzlich aus dem öffentlichen Leben zurück und wurde 472 Bischof von Clermont, welche Würde er bis an seinen etwa 488 erfolgten Tod bekleidete. Seine Gedichte leiden an überladung in Bildern. Seine Briefe in neun Büchern sind wegen ihres geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Inhalts wichtig. Unter den Ausgaben ist die älteste von Sirmond (Par. 1614), die beste von Baret (Par. 1879). Vgl. Kaufmann, «Die Werke des S.v5 (Gött. 1864); Chaix, «Saint-Sidoine Apollinaire et son siècles (2 Bde., Clermont 1867 — 68); Chätelain, Etude sur S.v (Par. 1875); Bridinger, „S. als Politiker» (Wien 1881).