FeedSymmachus (Quintus Aurelius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Symmachus (Quintus Aurelius), ausgezeichneter röm. Redner und zugleich einer der letzten Verteidiger des Heidentums, in der zweiten Hälfte des 4. und zu Anfang des 5. Jahrh., bekleidete, nachdem er eine sehr sorgfältige Erziehung und Bildung genossen hatte, die höchsten Staatsämter, die Stadtpräfektur und das Konsulat in Rom, und bewährte sich hier als einen rechtlichen, wohlmeinenden Mann. Seine Reden sind bis auf die Bruchstücke von acht derselben (drei Reden auf Valentinian und Gratian und von fünf Senatsreden), welche Mai zuerst bekannt gemacht hat (Mail. 1815; auch Frankf. 1816; mit einigen spätern Entdeckungen in ais Seriptorum veterum nova collectios, Bd. 1, Tl. 4; zuletzt in der Ausgabe von Cicero de republicas, Rom 1846), untergegangen. Dagegen ist noch die eine von seinem Sohne veranstaltete Sammlung seiner Briefe in zehn Büchern erhalten, die aber denen des jüngern Plinius in Form und Stil fast sklavisch nachgebildet sind, weshalb die neun ersten Bücher für die Geschichte jener Zeit von geringer Wichtigkeit sind. Die amtlichen Schreiben des S., die Relationeso, die von S. selbst getrennt herausgegeben waren, nach seinem Tode aber von seinem Sohne mit dessen eigener in einem zehnten Buch den Briefen seines Vaters angeschlossen wurden, sind dagegen von großer Bedeutung. Ausgaben der Briefe veranstaltete Juretus (Par. 1580 u. 1604), Lectius (Lyon 1587; Genf 1601), Scioppius (Mainz 1608) und Pareus (1617—28, 1642, 1651—53). Die amtlichen Schreiben des S. hat Meyer (Lpz. 1872) besonders herausgegeben. Eine kritische Ausgabe des S. hat Seeck im 6. Bande der Monumenta Germaniae historica (Berl. 1883) geliefert. Vgl. Morin, Etudes sur la vie et sur les Ecrits de S.v (Par. 1847).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 402Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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