Claudianus Mamertus, christl. Dichter und Philosoph des 5. Jahrh., war der jüngere Bruder des heil. Mamertus, Bischofs von Vienne, der ihn zum Priester weihte und als Gehilfen in der Verwaltung seines Bistums verwandte. Durch eifries Studium der griech. und lat. Schriftsteller geschult, widmete er sich besonders der Regelung der Liturgie und dem Unterricht des Klerus. Unter seinen philos. Schriften ist die bekannteste De statu animaer (herausg. von P. Mosellanus, Bas. 1520; mit Noten von C. Barth, Zwickau 1655). Sie wibon N in drei Büchern die vom Bischof Faustus von Riez in einer Flugschrift ausgesprochene Behauptung, die Seele sei, wie alles Erschaffene, körperlich. Von C. Briefen sind nur zwei erhalten, an Sidonius Apollinaris und an den Rhetor Sapandus zu Vienne. Betreffs der Gedichte, welche C. zugeschrieben werden, sind die Meinungen über Echtheit oder Unechtheit noch sehr geteilt; doch dürfte von ihm herrühren der Hymnus ᷣPange lingua gloriosi etc.v