Siebe (frz. cribles, tamis, sas; engl. sieves, ranges), Geräte, welche zur Scheidung körniger Materialien nach der Korngröße oder auch zum Durchseihen von Flüssigkeiten dienen und teils aus Geweben und Geflechten, teils aus Metallflächen mit Durchbrechungen von gleicher Form und Größe bestehen. Zu den gewebten S. gehören diejenigen aus Beuteltuch (s. d.), sowie die Haarsiebe (s. unter Roßhaargewebe) und die Drahtsiebe (s. unter Drahtgewebe). Blechsiebe werden mittels der Perforiermaschine (s. d.) hergestellt, über S. aus Holzdraht s. unter Holzgewebe. Bei den für technische Zwecke, namentlich in Mühlen (s. Mehlfabrikation) und bei der Gewinnung der Metalle aus den Erzen (s. Aufbereitung), angewendeten S. unterscheidet man Rüttelsiebe und rotierende oder Cylindersiebe. „Die Rüttelsiebe bestehen aus ebenen, beweglich aufgehängten Rahmen mit Siebboden, an deren oberm Ende oder über welchen ein oben offener Kasten (Schuh) mit einer nach der Siebfläche zu gerichteten, durch einen Schieber regulierbaren Off—⸗ nung angebracht ist. Das S. befindet sich unter einem viereckigen Trichter (Rumpf), der das zu sortierende Material aufnimmt, sodaß, wenn das S. eine rüttelnde Bewegung (mittels einer kleinen Kurbel oder eines Daumenrädchens) erhält, das Material allmählich in den Schuh, dann durch die Offnung desselben auf das S. gelangt und über letzterm unter beständiger hüpfender Bewegung fortgleitet, wobei diejenigen Teile, welche kleiner als die erisede beiic sind, hindurchfallen. Die Cylindersiebe bestehen aus einem um eine geneigte Achse liegenden Rahmenwerk, das mit einer cylindrischen Siebfläche überzogen ist. Bei der Drehung der Achse wird das oben eingeschüttete Material vermöge seiner Adhäsion immer ein wenig angehoben, um auf eine tiefer gelegene Stelle des Cylinders zu fallen, sodaß es fortwährend unter Abscheidung der feinern Teile das S. in seiner Längenrichtung durchläuft.