Sieg, ein Nebenfluß des Rheins auf dessen rechter Seite, entspringt in Westfalen am Ederkopf in 607,6 m Höhe und fließt in vielgewundenem Laufe, mit vorherrschend westl. Richtung durch ein wegen seines Bergbaues berühmtes, aber städtearmez Thal dem Rhein zu, in den der Fluß unter-i halb Bonn mündet. Bei der Stadt Siegen scheidet sich in 238 m Höhe der mittlere und der untere Lauf, welcher letztere anfangs durch eine an landschaftlichen Schönheiten reiche Gegend führt, bis er abwärts von Blankenburg ins Tiefland tritt. Die ganze Lauflänge der S. beträgt 130 km; Quelle und Mündung sind jedoch nur 81 km voneinander entfernt. Schiffbar ist die S. nur auf 17 Km von ihrer Mündung bis Siegburg. Unter den Nebenflüssen ist rechts die 44, km lange, aus dem Westerwald kommende Nister und links die unterhalb Siegburg mündende Agger zu erwähnen. Nach der S. benannt ist der zum ehemaligen Herzogtum Berg gehörige Siegkreis im preuß. Regierungsbezirk Köln, der auf 765,7 qm (1885) 90076 E. zählt. Hauptstadt ist Siegburg (s.d.). Vgl. Ag. Müller, „Siegburg und der Siegkreiso (Siegb. 1858); Weyden, Das Siegthalv (Bonn 1865).