Silcher (Friedr.), Komponist, geb. 27. Juni 1789 im Dorfe Schnaith bei Schorndorf in Württemberg als Sohn eines Schullehrers, wählte denselben Beruf und wurde durch den auch für Schulgesang bedeutenden Lehrer Auberlen zu Fellbach in das Lehramt eingeführt. Er kam als Hauslehrer nach Ludwigsburg und hier erhielt seine Musikliebe durch K. M. von Webers und C. Kreutzers Anwesenheit neue Nahrung, sodaß er sich endlich entschloß, ganz zur Musik überzugehen. Von Stuttgart, wo ihn seine Talente für häusliche Musik bald beliebt machten, wurde er 1817 als Musikdirektor an die Universität Tübingen berufen. Hier wirkte er 42 Jahre lang für die Musik in Schulen und Kirchen, besonders aber in den freien Gesangvereinen, zu deren Aufblühen er wesentlich beitrug und starb daselbst 26. Aug. 1860. Von seinen vielen Liedersammlungen ist die bedeutendste die «Sammlung deutscher Volkslieder, für vier Männerstimmen gesetzt o. Unter den 144 Liedern derselben befinden sich auch die schönen, allverbreiteten Melodien, welche er selbst komponierte und die seinen Namen berühmt gemacht haben: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten»,«Annchen von Tharauo „Morgen muß ich weg von hier», Zu Straßburg auf der Schanzo und viele andere. Unter den deutschen Komponisten volkstümlicher Melodien nimmt S. den ersten Platz ein. Sein Denkmal in Tübingen (in den Anlagen hinter der n wurde 7. Mai 1874, ein anderes uS Raith 29. Juni 1882 enthüllt.