Simla, berühmte Gesundheitsstation in Britisch-Ostindien, in dem gleichnamigen Distrikt der Division Ambala der Lieutenantsgouverneurschaft Pendschab unter 31° 6“ nördl. Br. und 77 östl. L. (von Greenwich), zwischen dem Setledsch und der Dschamna in den Voralpen des Himalaja 2350 m über dem Meere gelegen, besteht aus etwa 700 europäisch gebauten, zerstreut auf einem schmalen, östlich in dem 130 m höhern Dschakoberge ( ako Peak) endigenden Berggrat und dessen Ausläufern liegenden Häusern. S. hat (1871) 14.440, in der heißen Jahreszeit an 30000 E. Es befindet sich hier ein Sommerpalais des Vizekönigs, eine engl. Kirche und seit 1841 ein magnetisch-meteorolog. Observatorium. Die mittlere Fahrestemperatur übersteigt nicht 12· C. die Snnin im Sommer selten 30° C. Der Winter ist jedoch zuweilen streng, sodaß im Febr. schon 2 m ehoher Schnee gelegen hat, der erst im Mai ganz „wegschmolz. Die durch das Klima erkrantten Lindohrit. Militärs und Beamten genesen hier bald. „Die Aussicht nach Norden auf die höchsten Schneeketten des Himalaja, nach Süden auf das Tiefland ist großartig. 2——7 schweiz. Kantons Bern. Die Große S. entspringt mit mehrern Quellen (Siebenbrunnen des Trübbach u. s. w.) auf dem Räzliberg am Fuße des Wildstrudels, bildet im Oberlauf den prächtigen Wasserfall Simmensturz, durchfließt in nördl. Richtung das Sbersimmenthal, in dem sie links den Iffigenbach und bei Zweisimmen die vom Saanenmoos herkommende Kleine S. aufnimmt, wendet sich dann nach Osten und durchströmt das Niedersimmenthal, in welchem sie rechts den Kirel aus dem Diemtigthale empfängt, tritt durch die Felsenge Port zwischen den Ausläufern der Stockhorn⸗ und der Niesenkette, unweit Wimmis in das Hügelgelände des Thunersees heraus und vereinigt sich nach 51 km langem Laufe mit der Kander (s. d.). Das Simmenthal, im Volksmunde Siebenthal, zieht sich vom Grenzgebirge gegen Wallis bis zum Thunersee hin; bei einer Länge von 55 Em ist es an der Sohle nur 0, bis 1 km breit. Zu beiden Seiten von gleichförmigen, 1800 —2200 m hohen bewachsenen und bewaldeten Vor⸗ und Mittelalpen eingeschlossen, steht es trotz vieler malerischer Partien an landschaftlicher Schönheit den übrigen Teilen des Oberlandes nach. Nur den Hintergrund des Thals, wo über dem grünen Thalkessel der Lenk sich die Fels⸗ und Schneehäupter des Wildhorns (3264 m) und des Wildstrubels (3253 m) erheben, zeigt den großartigen Charakter des Hochalpenlandes; dagegen verleihen die fetten, üppigen Wiesen und Weiden, die wohlgepflegten Gärten, die behäbigen, saubern Dörfer mit ihren ⁷⁷ geschmückten stattlichen Häusern dem Thal das Gepräge behaglichen Wohlstandes. Viehzucht und Alpwirtschaft, in den tiefern Teilen auch Acker- und Obstbau und Zündhölzchenfabrikation sind die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung. Das Simmenthaler Fleckvieh ist der beste und stärkste Schlag der Westschweiz; die Simmenthaler Pferde sind als Erlenbacherschlag bekannt und geschätzt. Das Thal zerfällt in die Amtsbezirke Obersimmenthal (319,3 akm, 8025 C.) und Niedersimmenthal (302 qlm, 10 766 C.). Die wichtigsten Ortschaften im Obersimmenthal sind der Kurort Lenk (s. d.) und der Hauptort Zweisimmen (964 w), der im breiten Thalgrund unweit der Vereinigung der Großen und der Kleinen S. liegt und (1880) 2222 E. zählt; im Niedersimmenthal das Bad Weißenburg, 896 m über dem Meere in einer engen Schlucht der Stockhornkette gelegen, mit einer Gipstherme von 24 C., Erlenbach (707 m), das schönste Dorf des Thals mit 1496 E. und bedeutenden Viehmärkten;, Wimmis (634 m), am Fuß des Niesen, Amtssitz mit altem Schloß und 1349 E., und Spiez, am Thunersee, Landungsplatz der Dampfboote, mit 2211 E., altem Schloß und dem vielbesuchten Sanatorium Schonegg. Mit Thun, Spiez. Saanen und dem freiburger Jaunthal ist as Simmenthal durch Fahrstraßen verbunden. Vgl. Imobersteg, Das Simmenthale (Bern 1874).