Dehra-Dun, einer der sechs Distrikte der Division Mirat der Lieutenant-⸗Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen in Britisch-Indien, nimmt mit einem Areal von 2644 qkm und (1872) 116 945 E. ein fruchtbares Thal in der südlichsten und niedrigsten Kette der Vorberge des Himalaja ein, welches nördlich durch die Dschamna von Sirmour und Jounsar getrennt, U durch die Berge von Gurhwal begrenzt, südöstlich durch den Ganges von dem brit. Gurhwal und südwestlich durch die Sewalikkette von dem gleichfalls zu der Division Mirat Dudeiln Distrikt Saharanpur abgeschieden wird. as Thal von D. liegt zwischen 30* und 30 30 nördl. Br. und von 77² 43, und 78 24“ östl. L. von Greenwich. D. ist ein Gebirgsland, teilweise bon Gurh in seinem Nordwesten an der Grenze von Gurhwal, wo sich Berge von 2 — 2500 m Meereshöhe erheben, ein Alpenland; die Sewalikkette dagegen hat nur eine Höhe von 900 —1000 m. Das Flußbett des Ganges, an seinem Zusammenfluß mit der Surwa, liegt 360, das der Dschamna im Norden von D. 448 m hoch. Das Klima ist veränderlich, im Sommer — sehr heiß, im Winter unter den Gefrierpunkt sinkend; während der Regenzeit, im Juli, August und September, äußerst ungesund, namentlich fiebererzeugend. Die Fauna ist die spezifisch indische und enthält Elefanten, wilde Büffel, Bären, Leoparden, Tiger, Hyänen, Luchse, Schakals, Hirsche, Antilopen, Wildschweine, mehrere Affenarten u. s. w. Der Boden, soweit keine Felsblöcke aus ihm hervorragen und derselbe sich im Kulturzustande befindet, ist mit einer dicken Lage sehr fruchtbaren Humus bedeckt und Baum Reis, Mais, Gramm (Cicis arietinum), Baumwolle, Zucker, Opium, Hanf, Indigo u. a. m, sowie alle europ. Gemüse von besonderer Güte im üÜberfluß. Der Hauptort des Distrikts, Dehra genannt, liegt auf dem Gipfel eines von der Sewalikkette nach Norden auslaufenden Hügelrückens von geringer Höhe in einem Walde von Mangabäumen. D. bestand zu Anfang des 19. Jahrh. aus nur wenigen Häusern, zählte aber 1872 bereits 7316 E. und ist jetzt eine nicht unbedeutende, für Handel und Verkehr günstig gelegene Stadt, da es eine Zwischenstation zwischen einerseits Nurdwar und Sirmour, andererseits Saharanpore, den Sanitarien von Mussuri und Landour sowie Westgurhwal bildet. D. war der Punkt, von wo 1820 das große, seitdem fortgesetzte und noch jetzt nicht beendete Werk der trigonometrischen Aufnahme von Britisch⸗-Indien ausging, indem der Distrikt D. das erste Dreieck war, welches für die Triangulierung gemessen wurde.