FeedSimulierte Krankheiten
HeilkundeBrockhaus 1882

Simulierte Krankheiten, d. i. vorgeschützte Krankheiten, kommen dem Arzte sehr oft zu unterscheiden vor. Die Ursachen, wodurch die Menschen zum Erheucheln krankhafter Zustände veranlaßt werden, sind sehr mannigfach. Bald ist es nur Langeweile, Hypochondrie, bald der Zweck, vom Militärdienste oder sonst aus einer unangenehmen Lage loszukommen, eine Chescheidung zu erzwingen, eine gerichtliche Untersuchung nichtig oder das richterliche Urteil milder zu machen, eine Unterstützung zu genießen u. s. w. Besonders häufig werden vorgeschützt und sogar nachgeahmt (erkünstelt, morbi arte facti) die epileptischen und andere Krämpfe, die Geisteskrankheiten, Hautausschläge, Bluthusten Lähmungen, Krankheiten des Gesichts⸗ oder Gehörsinns. Den simulierten gegenüber gibt es auch Furcht vor Schande, Eitelkeit u. . 1idr

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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