Sinigaglia, offiziell Senigallia, das alte Sena Gallica, Seestadt in der ital. Provinz Ancona, an der Mündung der Misa in das Adriatische Meer, Station der Eisenbahn Bologna-Otranto, ist seit dem 4. Jahrh. Sitz eines Bischofs und hat (Ende 1881) 11899, als Gemeinde 23085 E., einen kleinen Hafen mit Leuchtturm, ein Kastell, eine reiche Synagoge, ein großes Theater, lange gerade Straßen, geräumige Plätze, Seebäder und Fischerei. Sehenswert ist die Kirche Santa-Maria delle Grazie vor Porta Montagnara mit einem Gemälde Peruginos. Die hiesige Messe, welche vom 20. Juli bis 8. Aug. dauert, galt ehemals in Italien für sehr wichtig. S. ist Geburtsort des Papstes Pius IX. und der Sängerin Catalani. Zwischen S., 283 v. Chr. röm. Kolonie, von den gallischen Senonen in Umbrien gegründet, und Fano fand 207 v. Chr. die Schlacht am Metaurus statt, in welcher die beiden röm. Konsuln Claudius Nero und Livius Salinator den Karthager Hasdrubal, den Bruder Hannibals, schlugen; Hasdrubal fand dabei seinen Tod. Pompejus zerstörte die Stadt im Bürgerkriege zwischen Marius und Sulla. S., bei Plinius und mittellat. Senogallia, gehörte seit dem 12. Jahrh. zur Mark Ancona und 1810—14 zum Depart. Metauro des Napoleonischen Königreichs Italien. Zu S. entledigte sich Cesare Borgia durch Verrat der gegen ihn verbündeten Feudalherren des Kirchenstaats 30. Dez. 1502; diesen Vorfall schildert Niccold Machiavelli, der damals florentinischer Gesandter bei Cesare Borgia war.