Sinulichkeit, s. Sinn und Sinne. Sinno, im Altertum Siris, Fluß in der ital. Provinz Potenza (Basilicata), entspringt östlich von Lagonegro und mündet in den Golf von Tarent. Am untern Siris, in der Nähe von Heraklea, besiegte 280 v. Chr. König Pyrrhos von Epirus die Römer unter dem Konsul Publius Lgevinus. Sinnpflanze, Pflanzengattung, s. Mimose. Sinolog, Kenner des Chinesischen. Sinöpe, eine im Altertum sehr bedeutende griech. Seestadt an der Nordküste der kleinasiat. Landschaft Paphlagonien, türkisch Sinub, Hauptstadt eines Sandschaks im Vilajet Kastanuni, liegt auf dem nur 370 m breiten, niedrigen Isthmus eines ungefähr 7 km langen Küstenvorsprungs, sich in östl. Richtung allmählich zu einem 2 km breiten, 200 m hohen abgestumpften Kegelberge everbreitert. Dies Bergplateau, türk. Ada (Insel), ffällt steiler gegen Norden und Osten als gegen „[Westen zur Stadt und deren auf der Südseite des Isthmus gelegenem Hafen ab. Der Hafen bildet eine der Dampfschiffahrtsstationen zwischen Konstantinopel und Trapezunt. S. besteht aus der eigentlichen türk. Stadt im Westen und dem griech. Quartier im Osten; jene wird vom Lande durch ein Kastell, das noch aus dem spätern Mittelalter stammt, gänzlich abgeschnitten und auch auf der Nord⸗ und Ostseite durch Mauern umhegt; der Platz ist indes in militärischer Beziehung jetzt ohne alle Bedeutung. Die Straßen der Stadt sind schmal, aber mit mächtigen, aus antiken Bauten entnommenen Steinen gepflastert, die Häuser meist hoch, mit Erkern und Balkonen geziert und mit Gärtchen versehen. Die Stadt hat zwei Bazare und eine große Moschee. Die einzig bewohnten Gebäude des Kastells sind die Quarantäne und das Gefängnis. Das einzige noch in einiger Vollständigkeit erhaltene Gebäude aus dem Altertum, von den Griechen „Schloß des Mithridatesv genannt, besteht aus vier Sälen mit gewölbter Decke. In dem östlichen, offenen Quartier wohnt die griech. Bevölkerung, welche den Schiff⸗ und Handelsverkehr betreibt. Trotz der günstigen Lage und des vortrefflichen Hafens befindet sich Sinub in einem ärmlichen Zustande. Die Bevölkerung, jetzt nur gegen 8000 Seelen, ist stabil und wenig rührig. Der Handel beschränkt sich auf Ausfuhr von Holz, Wachs, Obst, Seide und Fellen. Das griechische S. war eine Kolonie der Milesier, von diesen 780 v. Chr. auf der Stelle einer ältern assyr. Ansiedelung gegründet, dann (nach einer Verheerung durch Kimmerier) 629 v. Chr. erneuert. Im Besitz zweier Häfen, wurde die Stadt durch Handelsverkehr und einträglichen Thunfischfang reich und mächtig, ihr Gebiet reichte südwärts bis zum Flusse Halys (ietzt Kisil-Irmak), und von hier aus wurden wieder mehrere Kolonien, wie Kotyora, Trapezus (756) und Kerasus angelegt. Die Stadt war der Geburtsort des Cynikers Diogenes. In pers. Zeit die Residenz von Satrapen, wurde S. 183 v. Chr. von Pharnakes I., dem Könige von Pontus, erobert, zur Haupt⸗ und Residenzstadt seines Reichs gemacht und durch Prachtbauten verschönert. Im zweiten Mithridatischen Kriege durch den Römer Murena 82 mit Verlust angegriffen, im dritten von Lucullus 72 erobert, der sie für frei und autonom erklärte, wurde sie 45 v. Chr. eine röm. Kolonie. Nachdem im 4. Jahrh. n. Chr. Amasia die Hauptstadt von Pontus geworden, begann S. zu sinken. Seit 1204 gehörte es zum Kaisertum Trapezunt, wurde aber schon 1214 von dem Seldschuken-Sultan von Iconium erobert. Seit dem 14. Jahrh. bildete es die Hauptfestung des Isfendiar von Kastamuni. Im J. 1461 eroberte der osman. Sultan Mohammed II. die Stadt, die seitdem im osman. Besitz blieb. Denkwürdig wurde S. neuerdings durch die Vernichtung einer türk. Flottenabteilung, welche im Hafen vor Anker lag, durch den russ. Vizeadmiral Nachimow 30. Nov. 1853. Vgl. Streuber, «S. Ein histor.⸗