FeedSiphnos
ErdkundeBrockhaus 1882

Siphnos, jetzt Sipheno, bei den Abendländern gewöhnlich Sifanto genannt, eine zu den Cykladen (Eparchie Melos) gehörige Insel Griechenlands, 30 km westlich von Paros, 13 km südöstlich von Seriphos gelegen, zählt auf etwa 110 qkm (1879) 5762 E. Die Infel ist zwar meist felsig, aber im ganzen fruchtbar und gut bebaut und liefert Getreide, Baumwolle, die hier zu Kattun verarbeitet wird, Feigen, Wein, Ol, Wachs, Honig und Seide. Auch führt man von hier nach allen Inseln des Agäischen Meers Strohhüte und Thoneschirre, insbesondere aus einem bleihaltigen Gestein verfertigte Schmelztiegel aus. Im frühern Altertum war die Insel durch ihre Gold⸗ und Silberminen berühmt, welche der erzürnte Apollo durch Meerflut vernichtet hätte. Die zum ion. Stamme gehörigen Bewohner kämpften mit den Hellenen gegen Xerxes und schlossen sich sowohl dem ältern als dem jüngern Athenischen Seebunde an. Sie standen wegen ihrer üppigkeit und Liederlichkeit in schlimmem Rufe. Die alte Stadt S. lag auf einem felsigen Vorsprung an der Ostküste; ihre Stelle nimmt das Städtchen Kastro mit 545 E. ein. Der jetzige Hauptort der Insel, Apollonia oder Stavros, liegt im Innern und zählt 1255 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 845Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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