Skanderbeg, mit christl. Namen Georg Kastriota, im Ausgang des Mittelalters der letzte siegreiche Verteidiger christlicher und nationaler Interessen auf der Balkanhalbinsel gegen das vordringende Osmanentum. Er stammte aus einer in Albanien heimisch gewordenen serb. Dynastenfamilie und war der jüngste Sohn des Iwan (Johann) Kastriota, des Herrn der Grafschaft Mat, eines tapfern Gegners der Osmanen, welcher indessen seit 1410 sich den Fortbestand seiner Herrschaft dadurch erkaufen mußte, daß er abwechselnd drei seiner vier Söhne der Pforte als Geiseln stellte, in welcher Cigenschaft die jungen Leute im Islam und als türk. Offiziere erzogen wurden. Georg,‚, 1403 geboren, genoß als „Iskender» (Alexander, Skander-Beg), welchen Namen er unter den Türken führte, die besondere Gunst des Sultans Murad II. Im J. 1443 mußte er als türk. Vasall den Krieg gegen die Magyaren mitmachen. Im Felde erfuhr er, daß sein Vater gestorben, daß die Pforte die Herrschaft Mat einziehen wolle und daß darüber ein Aufstand ausgebrochen. Infolge dessen benutzte er die Niederlage, welche Hunyady den Türken bei Nisch (3. Nov. 1443) beibrachte, um dem beim Heere anwesenden Staatssekretär des Sultans einen Ferman abzuzwingen, der ihm die Statthalterschaft der Festung Kroja (Ak-Hissar), einst zu den Besitzungen seines Hauses anef ubertrug; dann verließ er mit 300 albanes. Reitern das osman. Lager, setzte sich in den Besitz Krojas, trat als Georg zum Christentume zurück und erklärte den Heiligen Kriego gegen den Islam. Nachdem er 1444 in Alessio alle Häuptlinge zu einem Bunde vereinigt, trat er als «Kapitän von Albanien »an ihre Spitze und bekämpfte nun, auch mit Venedig (dessen Condottierer er 1449 in aller Form wurde) verbündet, die Türken sehr erfolgreich. Endlich im April 1449 griff ihn Murad selbst mit 100000 Mann an und belagerte im folgenden Jahre Kroja; S. nötigte ihn aber, die Belagerung aufzuheben. Nach Murads Tode (1451) behauptete sich S. im Besitze von Albanien gegen die Heere Mohammeds II., sodaß dieser ihm endlich in dem auf 10 Jahre geschlossenen Frieden von 1461 das Land überlassen mußte. Nach drei Jahren, als Papst Pius II. einen Kreuzzug ausgeschrieben, brach S. den Frieden und schlug nacheinander zwei der ausgezeichnetsten Feldherren des Sultans. Endlich zog 1464 Mohammed selbst mit 100000 Mann nach Albanien, richtete aber nichts vor Kroja aus; wiederholt von S. geschlagen, mußte er das Land räumen. Bald nachher starb S. 17. Jan. 1468 zu Alessio. Er hinterließ einen unmündigen Sohn, Johann, den er dem Schutze der Republik Venedig übergab. Der Krieg dauerte noch 12 Jahre. Die Türken eroberten 1478 Kroja, und nach blutiger Verheerung unterwarf sich 1479 das ganze Land der Pforte. Vgl. Karl Hopf im Artikel 4 Geschichte Griechenlands im Mittelalter» in der «Allgemeinen Eneyklopädie (Sektion I, Bd. 86, Lpz. 1868).