FeedSkobelew (Michael Dmitriewitsch)
GeschichteBrockhaus 1882

Skobelew (Michael Dmitriewitsch), russ. General der Infanterie, geb. 1843, trat 1861 als Unteroffizier in das Regiment Cheraliers gardes und wurde als Kornett 1863 in das Grodno-Husarenregiment versetzt, zeichnete sich mehrfach in den Kämpfen gegen die poln. Aufständischen aus, wurde 1866 zur Generalstabsakademie einberufen und erregte dort durch seine hervorragende Befähigung Aufsehen. S. wurde in den Generalstab versetzt und auf seinen Antrag nach Turkestan gesendet. Er diente dort 1869 zuerst in Samarkand, später unter Stoljetow bei den in der Turkmenensteppe verwendeten kaukas. Truppen, kehrte dann auf kurze Zeit nach Petersburg zurück, wurde 1872 Hauptmann und übernahm wenige Monate danach die Führung eines Bataillons des 74. Infanterieregiments. Im J. 1873 nahm S. am Feldzuge gegen Chiwa in der Kolonne des Obersten Lomakin teil und zeichnete sich als Führer der Vorhut hervorragend aus, wurde Flügeladjutant, führte 1875 in Khokand die Reitereiin der Schlacht bei Rachram und verfolgte den Chan nach Einnahme der Hauptstadt, bis derselbe sich ihm ergab. S. wurde hierauf 1876 Militärgouverneur der neuen Provinz Ferghana und zugleich Generalmajor, nahm am Kriege gegen die Türkei 1877 zunächst ohne Kommando im Stabe seines Vaters teil und trat erst in der zweiten Schlacht bei Plewna 18. Juli selbständig auf; er deckte den Rückzug der erschöpften Truppen. Weiterhin zeichnete er sich bei Lowtscha, an den „Grünen Bergenv, bei Imetli und Scheinowo aus, wurde Generallieutenant und nach dem Friedensschluß kommandierender General des 4. Armeekorps in Minsk, sowie 30. Aug. 1878 Generaladjutant des Kaisers. Im J. 1880 erhielt S. den Oberbefehl gegen die Tekke-Turkmenen und unterwarf diese nach der Einnahme von der Geok Tepe 12. Jan. 1881 der russ. Herrschaft, wurde darauf General der Infanterie und kehrte nach Minsk zurück. Er wirkte viel für die kriegsgemäße Ausbildung der Truppen, war bei seinen Untergebenen sehr beliebt und ein Mann von rücksichtsloser Entschlossenheit, der indessen seine Pläne mit großer Sorgfalt entwarf und vorbereitete. Er starb plötzlich zu Moskau 6. Juli 1882, nachdem er wenige Monate vorher durch seine deutschfeindlichen Reden Aufsehen erregt hatte. Vgl. „S. Ein Zeitbild von H. M.v (Großenh. 1882); Nowikow, «Scobeletk and the Slavonic cause (Lond. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 870Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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