FeedSacken Dmitry
GeschichteBrockhaus 1882

Sacken Dmitry, Graf von der Osten⸗), russ. General der Kavallerie und Generaladjutant des Kaisers, geb. 1793, machte den Krieg gegen Frankreich 1812—15 mit, wurde dann Oberst und 1825 Generalmajor. Als Stabschef des Grafen Paskewitsch zeichnete er sich in dem pers. Feldzuge von 1826 bis 1827 aus, diente dann im Kaukasus, eroberte 1828 die türk. Festungen Achalkalaki und Gertwissy und befehligte in der Schlacht von Kainly 1. Juli 1829 den linken Flügel. Im poln. Kriege 1831 säuberte er die Gegend am Bug und Narew von feindlichen Streifkorps, wofür er zum Generallieutenant befördert ward. Von dem ihm weit überlegenen Gielgud angegriffen, mußte er sich jedoch nach 4½½ zurückziehen. Nachdem er sich bei Wilna mit dem General Kuruta vereinigt, wies er bei Punary einen Angriff der Polen zurück und verfolgte sie bis zur preuß. Grenze. S. nahm alsdann noch an der Erstürmung von Warschau und den letzten Ereignissen des Feldzugs teil. Er ward 1835 Kommandeur des 3. Reservekavalleriekorps, 1843 General der Kavallerie, führte 1849 die Reserve nach Ungarn und übernahm 1850 den Befehl über das 4. Infanteriekorps. Im J. 1853 wurde S. Befehlshaber des 3. Korps, mit dem er im Spätherbste nach den Donaufürstentümern aufbrach, die er im Dezember erreichte. Er nahm dort an der Belagerung von Silistria teil. Im April 1855 wurde er mit seiner männlichen Nachkommenschaft in den russ. Grafenstand erhoben, übernahm unter Gortschalkow den Oberbefehl in Sewastopol und wurde 1856 zum Generaladijutanten des Kaisers und zum Mitgliede des Russischen Reichsrats ernannt. Er starb 15. (27.) März 1881 auf seinem Gute im Gouvernement Cherson.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 95Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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