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GeschichteBrockhaus 1882

Görtz (Joh. Eustach, Graf von Schlitz, genannt bvon Görtz), preuß. Staatsmann, geb. 5. April 1737 Schlitz, besuchte das Carolinum zu Braunschweig und studierte dann auf den Universitäten zu Leiden und Straßburg. Nachdem er bei der Regierung zu Weimar und seit 1756 bei der zu Gotha angestellt gewesen, folgte er 1761 der Einladung der Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar, die Erziehun ihrer Söhne, des nachmaligen Großherzogs Kar August und des Prinzen Konstantin, zu übernehmen, welche Stellung er bis 1775 innehatte. Im J. 1778 erwählte ihn der König Friedrich II. von Preußen zu seinem geheimen Geschäftsträger in München und Zweibrücken. Hier hatte er die Aufgabe, die Abtretung eines Teils von Bayern „an Ssterreich, in welche nach des Kurfürsten Maximilian Joseph Tode (1777) der Kurfürst von der Pfalz, Karl Theodor, bereits eingewilligt, zu ver⸗ „hindern. In der That gelang es ihm, den Herzog Karl von Zweibrücken zur Protestation gegen die Teilung zu bewegen, was den Bayrischen Erbfolgelrieg zur Folge atie. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er zum Gesandten beim Kaiser von Rußland ernannt. In dieser Eigenschaft lebte er lang Jahre am russ. Hofe, und nur mit Mühe erangte er 1785 seine Abberufung. Als nach Friedrichs II. Tode die Unruhen der Patriotenpartei in heim II⸗ ausbrachen, wurde er von Friedrich Wilelm II. nach dem Haag gesandt, um eine Ausgleichung zwischen dem Prin en-Statthalter (dem Schwager des Königs) und der Patriotenpartei zu Im Mug. Doch vermochte er nichts auszurichten. m Aug. 1788 wurde er Reichstagsgesandter in egensburg, welchen Posten er mit Auszeichnung bis 1806 bekleidete. In dieser Zeit wohnte er dem Rastatter Friedenskongreß und der zur Vollziehung des Luneviller Friedens in Regensburg zusammentretenen außerordentlichen Reichsdeputation bei. ach dem Tilsiter Frieden nahm er seine Entlassung und starb zu Regensburg 7. Aug. 1821. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: Mémoire ou précis historique sur la neutralité arméer (Bas. 1801), Mémoires et actes authentiques relatifs aux négociations qui ont précédé le partage de la Pologne (Weim. 1810), Mémoire historique de la négociation en 1778 (Frankf. 1812). Aus seinen hinterlassenen Papieren erschienen istor. und polit. Denkwürdigkeiten (2 Bde., Stuttg. 1827—28).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 210Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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