Skrzetufki (Rafael), Buchdrucker, seiner Herkunft nach ein poln. Adeliger, lam nach Wien und errichtete hier 1555 cauf dem Hofer eine große Buchdruckerei, wonach er sich Hofhalter nannte. Er fertigte die ersten hebr. Drucke in Wien und erlangte dann ein dreijähriges Privilegium. Doch mußte er wegen religiöser Verdächtigungen (man hielt ihn sie einen verkappten Protestanten) nach Ungarn iehen und druckte in Debreczin die erste ungar. Bibel. Im J. 1567 ging er nach Siebenbürgen, gab in Karlsburg theol. Bücher heraus, starb aber plötzlich 1568. Außer in Debreezin besaß S. auch anderwärts in Ungarn kleinere Buchdruckereien. Serzynecki (Jan Boncza), Oberfeldherr der Polen während der Revolution von 1831, geb. 18. Febr. 1786 in Galizien, aus böhm. Familie, diente seit 1806 im 1. poln. Infanterieregiment unter Napoleon, wurde 1812 Bataillonskommandeur und erhielt 1815 in Polen als Oberst den Besehl über das 8. Infanterieregiment. Beim Ausbruch der Revolution vom 29. Nov. 1830 folgte S. zuerst dem Großfürsten Konstantin, kehrte aber, als dieser mit den Truppen abzog, 3. Dez. nach Warschau zurück, um der Erhebung beizutreten. Von dem Generalissimus Radziwill zum General und Kommandeur der 3. Infamteriediviston ernannt, bildete er mit acht Bataillonen in Warschau das Centrum der poln. Schlachtlinie gegen das russ. Korps Rosen. In der Schlacht bei Grochow, 25. Febr. 1831, nahm er das von überlegenen Kräften besetzte Erlenwäldchen. Am folgenden Tage wurde S. an Stelle Radziwills zum Oberfeldherrn ernannt. Er setzte die Armee eigentlich erst auf den Kriegsfuß. Ende März griff er dann die Abteilung des Generals Geismar bei Wawre und das Hauptkorps des Generals Rosen bei Dembe an. Er schlug beide, verfolgte aber den Sieg nicht. Erst als die Russen sich zu vereinigen strebten, beschloß er Sielce zu nehmen und die Korps von Rosen und Pahlen II. zu vernichten. Am 8. April kam es bei Iganie zum Treffen, wo 8000 Polen eine dreifache übermacht schlugen. Hierauf blieb S. wieder unthätig, bis ihn das Mißgeschick Dwernickis und die Aufforderung der Regierung nötigten, die längs der Narew stehenden russ. Garden anzugreifen. Es gelang ihm 15. Mai, die Garden mit großer lübermacht zu erreichen; doch griff er nicht an, sondern zog sich zurück. Eine Folge davon war der unglückliche Ausgang der Schlacht von Ostrolenka 26. Mai, der ihn zum Rückzug nach Warschau nötigte. Als Paskewitsch die Weichsel überschritten, forderte die öffentliche Meinung Rechenschaft über S.s Zaudern, den man des Aristokratismus beschuldigte. Der Reichstag schickte 10. Aug. eine Untersuchungskommission in das Lager von Bomilow ab, an deren Spitze Fürst Czartorysti stand. S. legte sofort den Oberbefehl nieder, worauf derselbe Dembinski übertragen wurde. Seitdem hielt sich S. bei dem Freikorps des Generals Rozycki auf und trat 22. Sept. mit diesem auf das Gebiet des Freistaats Krakau über, von wo er sich nach Galizien begab. Später lebte er in Prag, bis er 1839 nach Belgien ging, wo er den Oberbefehl über das Heer übernahm, aber infolge der Reklamationen Rußlands, Ssterreichs und Preußens 1839 als Divisionsgeneral zur Disposition gestellt werden mußte. Seitdem lebte er fast 20 Jahre zurückgezogen in Brüssel, bis ihm die österr. Regierung die Erlaubnis gewährte, sich in Krakau niederzulassen. Dort starb er 12. Jan. 1860. Stuljany, Flecken im Kreis Bjelzy des russ. Gouvernements Bessarabien, am Pruth, mit (1882) 2538 E., meist Juden und Moldauanern, ist Sitz eines Zollamts. Die jüd. Bevölkerung treibt ausschließlich Handel, während die Moldauaner sich mit Landbau, hauptsächlich Weinbau, beschäftigen.