FeedSkutäri
VerkehrBrockhaus 1882

Skutäri (türk. Uesküder oder Iskuder, d. h. Post, weil von hier aus die Postverbindung zwischen Stambul und fast dem gesamten türk. Asien vermittelt wurde), Stadt in Kleinasien, liegt auf dem asiat. Ufer des Bosporus, nahe dessen Ausgange ins Marmarameer im unmittelbaren Gegenüber von Konstantinopel, zu dessen Vorstädten es gerechnet wird, am Fuße und auf den Vorhöhen der beiden Berge Tschamlydsch und Bulgurlu. Sie steht auf der Stelle des alten Chrysopolis und bildet den einigenden Mittelpunkt von zum Teil sehr weitläufigen, am Ufer der Meerenge wie außerhalb derselben sich hinziehenden Ortschaften, nämlich in ersterer Richtung Kuskundschik, Stavros, Beylerbey Koj und in der andern Haider Pascha, Kadikos (das alte Chalcedon) Moda u. s. w. Das eigentliche Leben und Treiben der Bewohner, deren Zahl auf 50 -70000 geschätzt wird, drängt sich in wenige Hauptstraßen zusammen. Es gibt verschiedene alte und baufällige Serais, viele Moscheen und Bäder, sodann Bazare und Kasernen, unter welchen letztern die nahe am Ufer gelegene, vom Sultan Selim erbaute und nach ihm Selimié genannte, die größte und solideste ist, ausgedehnt genug, um 6—8000 Mann darin unterzubringen. Der sich auf der Südseite der Stadt hinziehende Begräbnisplatz mit dunkelschattigem Cypressenbain soll der ausgedehnteste des Osmanischen Reichs sein. S. hat längst aufgehört, Ziel von aus dem Innern Kleinasiens eintreffenden Karawanen zu sein. In der Nähe von S., nach der Serailspitze der Hauptstadt zu, erhebt sich, im Bosporus, auf einem isolierten Felsen, ein 22m hoher Turm, von den Türken Kiskulessi oder Kiskalesi, d. i. Mädchenturm, von den Curopäern durch Verwechselung fälschlich Leanderturm genannt; derselbe wird seit dem Krimkriege als Leuchtturm verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 875Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Verkehr 6