Smilax L., Pflanzengattung aus der Familie der Liliaceen. Man kennt zur Zeit gegen 200 Arten, von denen jedoch mehrere nur unvollständig beschrieben sind; sie finden sich vorzugsweise in den Tropengegenden und in den wärmern Teilen der nördl. gemäßigten Zone. Es sind Kletterpflanzen mit ausdauernden holzigen Wurzelstöcken, stacheligen Stengeln, immergrünen, herz-eiförmigen oder pfeilförmigen, am Rande und dem Stiele oft auch stacheligen Blättern und zweihäusigen Blüten, welche am Ende der Zweige in rispig angeordnete Trugdolden gestellt erscheinen. Die Blüten besitzen ein doppeltes Perigon, die männlichen sechs Staubgefäße, die weiblichen einen mit drei dicken Narben gekrönten Fruchtknoten, aus dem eine wenigsamige Beere entsteht. Von mehrern Arten kommen die Wurzeln unter dem Namen Sassaparille oder Sarsaparille (von den span. Wörtern: sarsa, stacheliges Gewächs, und parilla, kleine Weinrebe) in den Handel. Die Wurzeln sind geruchlos, schmecken fade, schleimig, dann bitterlich und etwas scharf und igen auf dem Querschnitte eine mehr oder minder icke mehlartige Rindenschicht, einen von einer deutlichen Kernscheide (innere Rindenschicht) umgebenen Gefäßbündelkreis und das Mark. Das Zellgewebe des Marks und der innern Rindenschicht ist im noch nicht zu alten Zustande weiß, der Gefäßbündelkreis elb und die Kernscheide nebst der äußern Rindenchicht goldgelb bis dunkelrotgelb oder braun. Die Sassaparillwurzel wird in Mexiko, Centralamerika, Venezuela, Ecuador und in Brasilien gesammelt und erhält im Handel gewöhnlich von den ersten Stapelplätzen, von denen sie verladen wird, besondere Namen. Die drei Hauptsorten, welche in mehrere Untersorten zerfallen, sind die mexikanische, centralamerikanische und südamerikanische. Die mexik. Sorten, welche von 8S. medica Schlecht. abstammen, machen gewöhnlich die schmutzigste, schlechteste und daher billigste Sorte aus. Weit besser und wirksamer sind die centralamerikanischen, welche sich durch bessere Verpackung, hellere Färbung und bedeutende Größe der Wurzelfasern (denn diese sind oft 1,2 bis 2 m und darüber lang) unterscheiden. Die südamerik. Sorten stammen fast durchweg von S. syphilitica Humb. Bonpl. (s. Tafel: Offizinelle Pflanzen I, Fig. 3), S. officinalis Æth:. und 8. cordato-ovata Pers. ab. Die beste Sorte ist die Honduras-Sassaparille. Von mehrern Sorten von Sassaparille sind die Stammpflanzen nicht mit Sicherheit bekannt. Die Sassaparille, bereits über 300 Jahre in Europa bekannt, wird noch immer als eins der kräftigsten schweiß- und harntreibenden und alle übrigen Sekretionen anregenden Mittel gerühmt und vorzüglich gegen syphilitische Krankheitsformen, seltener bei andern kachektischen, gichtischen, rheumatischen und Ausschlagskrankheiten angewendet. Unter der italienischen Sassaparille wird die Wurzel der in den Ländern des Mittelmeers heimischen 8. aspera L. verstanden, welche in Italien und Spanien die Stelle der amerikanischen Sassaparille vertritt. Neuerdings ist auch der Wurzelstock der australischen glycyphylla E. Br., deren Blätter zu Thee (Sweet tea der Engländer) verwendet werden, mit in den Handel gekommen. Die langen Wurzelsprossen der in Nordamerika einheimischen Aralia nudicaulis L. kommen zuweilen als graue Sassaparille in den Handel. (S. Aralia.)