Soden, Badeort mit (1880) 1364 C. im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wiesbaden-Land, 130 müber dem Meere in einem überaus milden und anmutigen Thal des Taunus, 7 Km von Höchst, 11Km von Frankfurt a. M. gelegen und durch eine Zweigbahn mit der Taunusbahn verbunden, ist berühmt wegen seiner 24 Kochsalzquellen von 9— 19 B., die den Ort zu einem Heilbade im ausgedehntesten Sinne gemacht haben. Die Quellen, sowohl zum Baden wie zum Trinken benutzt, modifizieren ihre Wirkungen nach ihrem größern oder geringern Gehalte an Kochsalz, Eisen, Chlorkalium, kohlensaurer Kalkerde und Magnesia und werden besonders bei manchen Brustleiden, chronischen Katarrhen, Hämorrhoidal⸗ und Leberleiden, Frauenkrankheiten, Skrofeln, Tuberkulose, Krankheiten des Magens, der Gallenwege u. s. w. mit Erfolg angewendet. Der Besuch des Bades (jährlich 3000 Personen) und die Versendung des Wassers (46 324 Krüge im J. 1876) sind neuerdings sehr gestiegen. Das Kurhaus und das städtische Badehaus enthalten Büder mit entsprechenden Einrichtungen. Nur 1km nördlich liegt das Dorf Neuenhain mit eisenhaltigen Quellen; 3 km im Nordosten das Dorf Kronthal, ein Badeort mit Eisensäuerlingen, von denen fünf gefaßt sind. Bereits 1282 war S. mit dem nahe im Südosten gelegenen Dorfe Sulzbach ein freies Reichsdorf unter Schutz und Schirm der Stadt Frankfurt. Urkundlich 1437 und 1483 als Gesundbrunnen erwähnt, erhielt das Dorf von Frankfurt 1486 eine Salzsode und 1494 eine Einfassung des Gesundbrunnens. Im J. 1567 waren vier Salzbrunnen bekannt, und 1582 wurde die Saline neu hergestellt, die 1605 an die Familie von Malapert zu Frankfurt überging. Bis 1786 fühete dies e Stadt mit Kurmainz einen weitläufigen Prozeß über den Besitz von S. und Sulzbach. Beide Orte kamen 1803 an Nassau, 1866 mit diesem an Preußen. Vgl. die Schriften von Ruge (Berl. 1854), Großmann (Mainz 1858), Thilenius (Frankf. 1870), Köhler (2. Aufl., Frankf. 1873).