FeedSoden (Friedr. Jul. Heinr., Graf von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Soden (Friedr. Jul. Heinr., Graf von), Schriftsteller, geb. zu Ansbach 4. Dez. 1754 aus freiherrlichem Geschlechte, wurde sehr jung zum fürstl. brandenb. Geh. Regierungsrat und nachher zum Geheimrat ernannt, in welcher Eigenschaft er mehrere Jahre als preuß. Gesandter am fränk. Kreise zu Nürnberg lebte. Er schrieb mehrere Lust-Schau⸗ und Trauerspiele, von denen einige, wie 4Inez de Castrov, „Anna Boleynv, („Bianca Capellov, (Die deutsche Hausmuttere u. s. w., sich lange auf dem Repertoire erhielten. Auch errichtete er te ee erste stehende Theater in Würzburg und zu Bamberg. Sein «Geist der peinlichen Gesetzgebung Deutschlandso (neue Aufl., 2 Bde., Fraulf. 1792) verbreitete viel Licht im Kriminalrechte. Im J. 1790 wurde er in den Reichsgrafenstand erhoben. Von 1796 an, wo er auf seinem Gute Sassenfahrt im Bambergischen, dann seit 1810 in Erlangen lebte, schrieb er vorzüglich über staatswissenschaftliche Gegenstände. Sein Hauptwerk ist „Die Nationalökonomies (9 Bde., Lpz., später Aarau u. Nürnb. 1805—24). Im patriot. Sinne schilderte er den unter der franz. Herrschaft in Deutschland an Palm verübten Mord (Nürnb. 1814). Als Deputierter in der bayr. Zweiten Kammer gehörte er den Ministeriellen an. Er starb zu Nürnberg 13. Juli 1831.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 898Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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