Sonl., bei naturhistor. Namen Abkürzung für W. Sonder, Arzt in Hamburg (Botaniker). Sonde (specillum), ein metallenes Stäbchen verschiedener Länge und Dicke, mit dem der Chirurg tiefere Wunden und Eitergänge, sowie Kanäle und Höhlen des Körpers untersucht, sobald der Finger hierzu nicht ausreicht. Meist tragen die Sonden an einem Ende ein Ohr, um mit ihnen Fäden durch Wundgänge und Kanäle hindurchleiten zu können. Für einzelne Zwecke braucht man auch S. von biegsamem Material und von besonderer Form, z. B. zur Untersuchung der Urinblase, der Schlund-⸗ und Speiseröhre. Die Hohlsonde hat ihrer ganzen Länge nach eine Furche und wird besonders zur Anlegung erweiternder Schnitte gebraucht, indem man sie unter der zu trennenden Schicht einschiebt, das Messer mit dem Rücken in die Furche einsetzt und so für dieses beim Schnitt eine feste Bahn und Stütze hat. Sonderbund und Souderbundskrieg (Nov. 1847), s. unter Schweiz, S. 600. Sonderburg, Kreisstadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein „an der Südspitze Alsens, mit (1885) 5268 E., ist an der schmalsten Stelle des Alsensundes, der die Insel von der Halbinsel Sundewitt trennt, sehr schön gelegen. Die Stadt wird durch eine Pontonbrücke mit dem schlesw. Festlande verbunden und bildet zusammen mit den nur 2 km entfernten, preußischerseits wiederhergestellten Schanzen von Düppel (I. d.) einen Festungsrayon. S. ist Sitz eines Landrats und eines Amtsgerichts, hat einen vorzüglichen Hafen, ein Realprogymnasium, lebhafte Schiffahrt und unbedeutenden Schiffbau und ist ein besuchter Badeort. Die (lutherische) Kirche, 1884 mit einem Turm versehen, und das Rathaus sind ansehnlich, und die ganze Stadt hat nach dem verheerenden Bombardement 1864 sich sehr verschönert. Ursprünglich ist 5. Anter dem Schutz des gleichnamigen Schlosses (etzt Kaserne) entstanden, das dicht am Hafen liegt und 1253 zuerst erwähnt wird. Der Name bedeutet die «südliche Burgo im Gegensatz zu dem gleichfalls auf Alsen belegenen Schlosse und Flecken Norburg (Nordburg). Im südöstl., seit 1755 Honig Che Turme des Schlosses S. saß der dän. König Christian II. 1532—49 in harter Gefangenschaft. Nach der Landesteilung 1564 nahm Herzog Johann der Jüngere (gest. 1622), der Stammvater der Sonderburgischen Gesamtlinie, hier seine Residenz. (S. Oldenburger Haus.) Sein Urenkel, Herzog Christian Adolf, mußte jedoch die abgeteilte Herrschaft S. 1667 im Konkurs aufgeben, worauf dieselbe von dem dän. König Friedrich III. erworben wurde. König Friedrich V. überließ 1764 das Schloß an die Herzöge von Augustenburg (s. d.), und es blieb in deren Besitz, bis Herzog Christian Karl August Friedrich (s. d.) alle seine Stammgüter 30. Dez. 1852 der dän. Regierung gezwungen verkaufen mußte. In der schönen Schloßkapelle sind viele Mitglieder der ältern sonderburgischen und der augustenburgischen Familie beigesetzt. Bei S. überschritt der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit seinem Heere im Dez. 1658 den Alsensund, um als dän. Bundesgenosse die Schweden von Alsen zu vertreiben. Im ersten schlesw.⸗holst. Krieg 1848—49 war S. das Hauptquartier der dän. Position auf Alsen und Sundewitt, von wo aus die deutschen Heere fortwährend in der Flanke bedroht wurden; ebenso im zweiten schlesw.⸗holstein. Krieg 1864. Während der Belagerung der Düppeler Schanzen ward auch S. namentlich 2. April 1864 von den preuß. Batterien hart beschossen und verbrannte großenteils. Mit der Eroberung Alsens fiel S. 29. Juni 1864 in die Hände der Preußen. — Der Kreis Sonderburg, 442 qkm groß, mit (1885) 32450 E., umfaßt die Insel Alsen und den größten Teil der Halbinsel Sundewitt (s. d.). Sondergut, s. ECinhands gut. Sonderland (Joh. Bapt.), Maler und Radierer, wurde 2. Febr. 1805 zu Düsseldorf geboren und daselbst an der Akademie unter Schadows Leitung gebildet. Hierauf bereiste er Holland, Frankreich und die Rheingegenden. Seine Gegenstände schöpfte er teils aus dem idyllischen Landleben, teils aus Dichterwerken, sowie aus der Fabel und dem Märchen. Unter seinen frühern Bildern sind zu nennen: der Wilde Jäger nach Bürgers Ballade, das gestörte Stelldichein, der die Zeche machende Wirt, der Fischmarkt, die rheinische Fähre, Abschied und Heimkehr des Kriegers, die Passagiere, der kleine Schuhmacher, der Erntewagen, Kosakeneinkehr, Hans und Grete (nach Uhland), letzteres in der Nationalgalerie zu Berlin, u. a. Ohne auf besondere Tiefe der Charakteristik, auf eine erschöpfende Durchbildung auszugehen, wußte er diesen Arbeiten einen anziehenden Reiz durch die Frische der Erfindung und die Lebendigkeit der Darstellung zu geben. Sehr umfassend war ferner seine Thätigkeit auf dem Gebiete der Illustration. So nahm er teil an der Illustration zu den Reinickschen Liedern, gab selbst unter dem Titel 4Bilder und Randzeichnungen zu deutschen Dichtern» eine große Anzahl von ihm selbst radierter Blätter heraus, illustrierte Immermanns Münchhauseno, die kath. Festbilder, die Gebete im Geist der kath. Kirche u. s. w. und übte mit großem Geschick die Litho-Rraphie, sowie die Federzeichnung auf Stein. Seine Illustrationen zählen nach vielen Tausenden. S. starb 21. Juli 1878 in seiner Vaterstadt. Fritz S., Genremaler, Sohn des vorigen, geb. zu Düsseldorf 20. Sept. 1835, widmete sich anfangs dem Ingenieurfache, sowie dem Studium der Musik, entschied sich aber endlich für den väterlichen Beruf und wurde 1855 an der Düsseldorfer Akademie Bendemanns Schüler. Bald selbständig geworden, trat S. teils mit Bauernstücken, wozu er im Schwarzwald und in Hessen Studien gemacht hatte, hervor, teils mit Genrebildern des gesellschaftlichen Lebens aus der Spätrenaissance und Barockzeit, meistens in humoristischer Auffassung. Hierher gehören: Siegesdepesche, Gaukler in der Dorfschule, Diner à part, das Opfer der Spielsucht, der bescheidene Gast, Verirrt.