Sonnenstein, ein trikliner Feldspat (Oligoklas) von Tvedestrand in Norwegen, welcher durch eingewachsene blitzende Täfelchen von rotem Eisenglanz einen sehr schönen Schiller besitzt und als Schmuckstein verschliffen wird. Sonnenstein, ein über der Stadt Pirna (s. d.) im Königreich Sachsen gelegenes Schloß, das gegenwärtig eine Heil⸗ und Verpflegungsanstalt für heilbare Geisteskranke enthält. Der S. war ursprünglich eine Grenzfeste gegen die Slawen und wurde im 16. Jahrh. als festes Schloß neu aufgeführt und nachher zu einem Staatsgefängnis benutzt, in dem unter andern auch Patkul eine Zeit lang gefangen saß. Im Siebenjährigen Kriege eroberten die Preußen den S. und schleiften ihn. Als das damals sächs. Torgau zu einer Festung umgeschaffen wurde und für die dort seit 1730 bestandenen Straf- und Versorgungsanstalten ein anderes Unterkommen gesucht werden mußte, wurde der Irrenanstalt der S. eingeräumt und dann die Anstalt selbst in eine Heilanstalt verwandelt, deren Eröffnung 8. Juli 1811 erfolgte. Das J. 1813 brachte die schnell entwickelte Anstalt der Auflösung nahe, da die Franzosen das Schloß befestigten und bis in den November gegen die Verbündeten behaupteten. Doch schon im Febr. 1814 konnten viele Kranke wieder dahin zurückgebracht werden. Die Anstalt hat seitdem nie aufgehört, den Fortschritten der psychiatrischen Wissenschaft treu zu folgen und den Ansprüchen der humanen Heilpflege zu genügen, und hat sich auch räumlich durch vielfache Um⸗ und Neubauten erweitert. Vgl. Nostitz und Jänckendorf, „Beschreibung der Heil⸗ und Verpflegungsanstalt zu S.y (3 Bde., Dresd. 1829).