FeedSonnenstich
HeilkundeBrockhaus 1882

Sonnenstich (insolatio oder siriasis) ist ein durch abnorm hohe Temperatur herbeigeführter krankhafter Zustand, welcher weniger durch die Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den Kopf als vielmehr durch die Wirkung einer sehr schwülen und heißen Atmosphäre entsteht. Der S. besteht in rascher Blutüberfüllung oder selbst Entzündung der Hirnhäute und des Hirns selbst, welche Kopfschmerz, Schwindel, Atemnot und Erbrechen, in den höhern Graden Ohnmacht und vollständige Lähmung des nervösen Centralorgans zur Folge hat. Die Insolation kommt meist in den südl. Ländern, aber auch bei großer Hitze in den kältern Klimaten, besonders bei Personen vor, die, ohne daran gewöhnt zu sein, mit entblößtem Kopfe oder mit schwerer Kopfbedeckung sich den Sonnenstrahlen aussetzen. Der S. tötet gewöhnlich schnell, oder verliert sich, wenn die Ursachen wegfallen, unter Nachlassen der Hauptsymptome, von selbst wieder; oft bleiben dann aber Lähmungen zurück. Er war schon den Alten bekannt und ist noch jetzt eine der gefürchtetsten Krankheiten, von der z. B. die brit. Truppen in Ostindien viel zu leiden haben. Die Hauptmittel dagegen sind: Aderlässe, kalte Begießungen und Umschläge des Kopfes, kühles, schattiges Krankenzimmer, horizontale Lage mit erhöhtem Kopf.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 930Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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