FeedSonnentierchen
TierreichBrockhaus 1882

Sonnentierchen (Heliozoa) nennt man eine Ordnung der Protozoen (s. d.), welche meist Bewohner des süßen Wassers sind, ziemlich starre, wimperförmige Fortsätze (Pseudopodien) haben, kein Skelett bilden und die eigentliche Körpermasse in eine mehr solide innere undeine schaumige äußere Vartie entwickelt zeigen. Sie pflanzen sich durch Teilung fort, kapseln sich im Herbst zur Winterruhe ein, zerfallen in diesem Zustande in eine beträchtliche Anzahl von Teilstücken, die im Frühjahr aus der Kapsel heraustreten, sich durch Infusorien ernähren und wachsen, bis sie eine gewisse Größe erreicht haben, worauf sie sich einfach teilen, ein Prozeß, der während des Sommers mehrfach wiederholt wird, auch künstlich ausgeführt werden kann. Eine der häufigsten Formen im Süßwasser, aber auch im Meere ist das kleine S. (Actinophrys 30l, Tafel: Protisten und Protozoen, Fig. 10). Sonnenuhr. Der tägliche Umlauf der Sonne am Himmel hat von jeher das einfachste Mittel der Zeiteinteilung abgegeben, indem man die veränderliche Lage des Schattens bemerkt, den alle Körper der Sonne gegenüber werfen. Man denke sich die Sonne den Aquator mit gleichförmiger Geschwindigkeit in 24 Stunden durchlaufend und setze in den Mittelpunkt der Ebene des letztern perpendikular einen Stift, der also der Erdachse parallel ist, so wird der Schatten dieses Stifts dem Sonnenlaufe folgen und auf gedachter Ebene die Stunden bezeichnen. Eine nach dieser Idee eingerichtete, mit einem solchen der Erdachse parallelen Stifte und mit Stundenteilung versehene, der Ebene des Aquators parallel aufgestellte Scheibe oder eine andere, gewöhnlich steinerne oder metallene Fläche, deren Mittagspunkt dem Meridian des Ortes entspricht, heißt eine Aquinoktialuhr, weil die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 932Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6