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GeschichteBrockhaus 1882

Spagnuolo, Beiname des Malers Giuseppe Maria Crespi (s. d.). Juhah oder Sipahis hießen sonst die von den Inhabern der türk. Kriegerlehen, den Timarioten und Zaims, zu stellenden Reiter, welche den Kern der Reiterei im türk. Heere bildeten, mit der Umformung des türk. Heerwesens auf europ. Fuß aber und der Aufhebung der Kriegerlehen einer regelmäßigen Reiterei Platz gemacht haben. Ihre erste Organisation erhielten die S. mit den Zaims und den Janitscharen vom türk. Sultan Orchan. Ra Aufgebot konnte bis auf ungefähr 140000 Mann gebracht werden; selten aber wurden so viele zusammengebracht. Sie wurden im Felde aus dem großherrlichen Schatze besoldet, zerfielen in zwei Klassen, die sich durch die Farbe ihrer ahnen unterschieden, waren mit Säbel, Lanze, scherid oder Wurfspieß, zum Teil mit Pistolen und Flinten, andere aber mit Bogen und Pfeilen bewaffnet, und bildeten einen aller Taktik und Organisation entbehrenden Reiterhaufen, der truppweise zusammenhielt und mit wilder Tapferkeit seinen Angriff machte, aber wenn dieser nicht gelang, in ebenso wilder Flucht sich auflöste. Jetzt nennen auch die Franzosen vier Regimenter ihrer in Algerien gebildeten, von europ. Offizieren geführten leichten Reiterei S. Diese S. sind zwar in orient. Weise gekleidet, aber vollständig europäisch organisiert (zu sechs sehr starken Schwadronen); ein Teil der Unteroffiziere, die Trompeter und Regimentshandwerker sind Nationalfranzosen. Eine Schwadron dieser S. befindet sich stets in Senegambien. Ein ähnliches Korps von S. ward im Feldzuge von 1854 von der franz. Regierung zu ihrem Gebrauch und auf ihre Kosten in der Türkei errichtet. Die Engländer bezeichnen ihre aus Eingeborenen gebildeten Truppen in Ostindien als Sipoys (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 954Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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