Turkos heißen die von der franz. Regierung nach der Eroberung von Algerien aus Eingeborenen errichteten Regimenter algerischer Schützen (Tirailleurs algériens). Bei jeder Kompagnie sind 2 Offiziere, 4Unterofstziere und 8 Korvorale Eingeborene, die übrigen Offiziere und Unteroffiziere Franzosen. Die Tracht ist arabisch: hellblaue Jacke und Weste, Turban, Burnus, Gamaschen. Jedes Regiment zählt 4 Bataillone (zu 4 Kompagnien) und 1 Depötkompagnie. Bis 1885 gab es drei Regimenter T.; seitdem ist ein viertes mit Hilfe der in Tunesien errichteten compagnies mixtes aufgestellt worden. Die T. waren ursprünglich, ebenso wie die Fremdenlegion, nur zur Verwendung in Algerien bestimmt; doch haben dieselben 1859 in Italien, 1870/71 in Frankreich und 1884 in Tongking mitgefochten und sich durch gute Mannszucht und große Ausdauer im Ertragen von Beschwerden ausgezeichnet. Die 1870 kriegsgefangenen T. wurden großenteils in der Festung Graudenz untergebracht.