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GeschichteBrockhaus 1882

Turkos heißen die von der franz. Regierung nach der Eroberung von Algerien aus Eingeborenen errichteten Regimenter algerischer Schützen (Tirailleurs algériens). Bei jeder Kompagnie sind 2 Offiziere, 4Unterofstziere und 8 Korvorale Eingeborene, die übrigen Offiziere und Unteroffiziere Franzosen. Die Tracht ist arabisch: hellblaue Jacke und Weste, Turban, Burnus, Gamaschen. Jedes Regiment zählt 4 Bataillone (zu 4 Kompagnien) und 1 Depötkompagnie. Bis 1885 gab es drei Regimenter T.; seitdem ist ein viertes mit Hilfe der in Tunesien errichteten compagnies mixtes aufgestellt worden. Die T. waren ursprünglich, ebenso wie die Fremdenlegion, nur zur Verwendung in Algerien bestimmt; doch haben dieselben 1859 in Italien, 1870/71 in Frankreich und 1884 in Tongking mitgefochten und sich durch gute Mannszucht und große Ausdauer im Ertragen von Beschwerden ausgezeichnet. Die 1870 kriegsgefangenen T. wurden großenteils in der Festung Graudenz untergebracht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 919Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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