Spalatin (Georg), einer der bedeutendsten Beörderer der Kirchenreformation, hieß nach seinem amiliennamen Burckhard, nach seinem Geburtsorte Spalt im Bistum Eichstätt Spalatin. Sein Vater war ein Rotgerber. Geb. 17. Jan. 1484, ebildet 1497—1502 im Kreise der Humanisten zu Nürnberg und Erfurt, war er zuerst Hanslehrer in Erfurt, dann Lehrer im Kloster Georgenthal bei Gotha und seit Empfang der Priesterweihe (1507) auch Pfarrer in dem benachbarten Dorfe Hohenkirchen. Auf die Empfehlung des Kanonikers Mutian zu Gotha kam er schon 1508 an den kursächs. Hof, wurde hier zunächst als Erzieher des Kurprinzen Johann Friedrich angestellt, dann auch 1511 beauftragt, an der Bildung der Herzöge Otto und Ernst von Braunschweig-Lüneburg mitzuwirken, die am kursächs. Hofe und in Wittenberg ihre Erziehung fanden. 16. Hu du erhielt er das Kanonikat zu Altenburg. In dieser Zeit nahm seine auf die +7½ Schrift, die Werke Augustins und die deutsche Mystik gegründete theol. Uberzeugung die Haltung an, welche ihn zu einem treuen Freunde Luthers, Melanchthons und der Reformation machte. Friedrich der Weise erhob ihn 1514 zum Hofkaplan, Bibliothekar und geheimen Sekretär, Johann der Beständige 1525 zum evang. Oberpfarrer und Superintendenten von Altenburg. Friedrich den Weisen begleitete er fast auf allen Reichstagen, unter Johann dem Beständigen nahm er an den Reichstagen von Speier und Augsburg, unter Johann Friedrich am Fürstentage zu Schmalkalden (1537) teil, und 1527—39 entwickelte er eine erfolgreiche Thätigkeit bei der Kirchenvisitation der sächs. Lande. Dabei beschäftigten ihn wichtige histor. Arbeiten und ein bedeutender Briefwechsel. Seine wichtigsten Schriften sind seine Biographien von Friedrich dem Weisen (kritisch herausg. von Neudecker und Preller, Jena 1851) und Johann dem Beständigen, seine Christl. Religionshändelo oder Religionssacheno, von Cyprian irrig Annales reformationisv (Lpz. 1718) genannt, seine Geschichte der Päpste und Kaiser des Reformationszeitalters und seine Briefe. Er starb 16. Jan. 1545. Vgl. die biographischen Schriften von Schlegel (Jena 1693) und Wagner (Altenb. 1830), sowie Seelheim, „Georg S. als sächs. Historiographe (Halle 1876). Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV.