FeedAlbrecht
ReligionBrockhaus 1882

Albrecht, Erzbischof von Magdeburg und Kurfürst von Mainz, geb. 28. Juni 1490 als jüngster Sohn des Kurfürsten Johannes Cicero von Brandenburg, wurde schon 1513 Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt, 1514 Erzbischof von Mainz. Liebhaber der Künste und Wissenschaften, schmückte er seine Residenzen mit den Werken der ersten deutschen Meister und berief die großen Vertreter des deutschen Humanismus in seine Umgebung. Eitelwolf von Stein, Hutten, dann Kapito und Hedro waren seine Räte; Erasmus nannte er mit Stolz seinen Lamenn in dem Streite Reuchlins gegen die Dunelmänner stand er auf Seiten der Aufklärung. Aber dieser Glanz kostete Geld, und ebenso hatte er auch die geistliche Würde, die Erwerbung des Palliums mit schwerem Golde bezahlen müssen. Er sandte daher Tezel als Ablaßhändler in die Diöcesen, dessen H Auftreten Luther zu dem Anschlagen der 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg bewog. A. erhielt 1518 in Augsburg von Cajetan, dem hier Luther gegenübertrat, den Kardinalshut. Mit dem Wachsen der reformatorischen Bewegungen nahm A. zunächst eine vermittelnde Stellung Ien ud den sich konsolidierenden Parteien des alten und des neuen Glaubens ein, neigte sich jedoch allmählich mehr und mehr der Reaktionspartei zu. Schon 1533 trat er in Halle einer kath. Liga gegen die Schmalkaldener bei, seit 1538 war er in dem Nürnberger Bunde und 1541 hinderte er in aleicung. D mit Bayern und Trier die religiöse Vergleichung. Dabei mußte er den Abfall seiner nächsten Freunde und Verwandten und seiner Unterthanen erleben: sein ganzes Haus in Nord⸗ und Mitteldeutschland, die eigenen Stifter Magdeburg und Halberstadt traten zur neuen Lehre über, sodaß er aus seiner Residenz Halle ins Stift Mainz weichen mußte. Dort warf er sich schließlich noch den Jesuiten in die Arme. Petrus Faber, einen der Stifter des Ordens, zog er nach Mainz, und Canisius, der erste deutsche Jesuit, ward hier für den Orden gewonnen. A. starb zu Aschaffenburg 24. Sept. 1545. Vgl. Hennes, «A. von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und von Magdeburgo (Mainz 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 350Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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