FeedSpalding (angelsächs. Spalling)
ErdkundeBrockhaus 1882

Spalding (angelsächs. Spalling), Stadt in der engl. Grafschaft Lincoln, rechts am schiffbaren Welland, Hauptort des hier Holland genannten Fen-Distrikts, Station der Linie Peterborough-Boston-Great-Grimsby der Great-Northernbahn, die hier nach Essendine, King's Lynn und March abzweigt, zählt (1881) 9260 E. und hat eine Lateinschule, ein Theater, Ziegeleien, Wagenbau und Handel mit Steinkohlen, Getreide, Vieh und Wolle. S. gehörte in angelsächs. Zeit zu Ostangeln. Spalding (Joh. Joach.), prot. Theolog des 18. Jahrh., geb. zu Triebsees in Schwedisch-GOresewld Theologie und wurde dann Hauslehrer zommern 1. Rov. 1714, studierte zu Rostock und und Sekretär an verschiedenen Orten. Nachdem er bereits mehrere Schriften über Kirchengeschichte, Philosophie und Moral herausgegeben nahm er 1749 eine Predigerstelle zu Lassahn in Schwedisch-Pommern an, von wo er 1757 als Präpositus und erster Prediger nach Barth kam. Im J. 1764 wurde er zum Pastor Primarius un Propst an der Nikolaikirche in Berlin erwählt und später Mitglied des Oberkonsistoriums. Mit ebenso großer Wärme als Klarheit wirkte er für religiöse Aufklärung, bis er 1788 durch das preuß. Religionsedikt veranlaßt wurde, sein Amt niederzulegen. Er starb 22. Mai 1804. S. war kein großer origineller Theolog oder Philosoph, aber ein verdienstvoller Populartheolog, der durch seine verständige, volkstümli e Art seine Zeitgenossen in weiten Kreisen für die Wahrheiten des Christentums zu erwärmen wußte. Von seinen Schriften sind zu erwähnen die (Predigteno, Die Bestimmung des Menschens (Greifsw. 1748), (Gedanken über den Wert der Gefühle in dem Christentump (Lpz. 1761), «lüber die Nutzbarkeit des Predigtamtsv (Berl. 1772), Religion, eine Angelegenheit des Menscheno (Opz. 1797) u. s. w., die sämtlich viele Auflagen erlebten. Vgl. seine «Lebensbeschreibung, von ihm selbst aufgesetztv, herausgegeben von seinem Sohne (Halle 1804). Sein Sohn, Georg Ludwig S., geb. 8. April 1762, gest. 7. Juni 1811 zu Berlin als Professor am Grauen Kloster und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, war ein scharfsinniger Philolog, der sich durch seine gelehrte Schrist „Vindiciae philosophorum Megaricorumo (Halle 1792) und durch die Ausgabe der Rede des Demosthenes eIn Midiamo (Berl. 1794; neue Ausg. von Buttmann, Berl. 1823) bekannt, ganz vorzüglich aber um die Kritik und Erklärung der Werke des Quinctilianus verdient machte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 1Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6